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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Stellenwert der ⁶⁸Ga-FAPI-PET/CT als Staging-Untersuchung zur Beurteilung einer lymphogenen Metastasierung bei Patienten mit testikulären Keimzelltumoren

Maximilian Brandt - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
N. Rölz - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
A.-M. Spektor - Universitätsmedizin Mainz, Klinik für Nuklearmedizin, Mainz, Deutschland
S. Porubsky - Universitätsmedizin Mainz, Institut für Pathologie, Mainz, Deutschland
L. Frey - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
L.J. Frey - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
G. Duwe - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
M. Haack - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
M. Röhrich - Universitätsmedizin Mainz, Klinik für Nuklearmedizin, Mainz, Deutschland
A. Haferkamp - Universitätsmedizin Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland

Text

Einleitung: Das Fibroblasten-Aktivierungsprotein (FAP) ist im Tumorgewebe von tumorassoziierten Fibroblasten überexprimiert, und Radiopharmaka können an dieses Zielmolekül binden. Das 68Ga-FAPI-PET hat sich in den letzten Jahren als neue Bildgebungsmethode zur optimierten Differenzierung zwischen benignen und malignen Läsionen etabliert. Daten zu Patienten mit testikulären Keimzelltumoren (TGCT) liegen bislang praktisch nicht vor. Ziel dieser prospektiven Studie war es, die Sensitivität und Spezifität der 68Ga-FAPI-PET bei TGCT-Patienten zu untersuchen.

Methode: In diese prospektive Phase-Ib-Studie wurden Patienten mit TGCT bis zum klinischen Stadium III sowie Patienten mit ungünstiger Histologie wie z.B. Teratome eingeschlossen. Bei allen Patienten wurde neben der Standardbildgebung zum Staging ein 68Ga-FAPI-PET durchgeführt und die Parameter SUVmax ausgewertet. Vorhandenes Gewebe aus dem Hoden und von Metastasen wurde immunhistochemisch auf FAP gefärbt. Die Studie wurde von der lokalen Ethikkommission genehmigt (Nr. 2024-17844).

Ergebnisse: Es wurden bis dato 12 Patienten mit einem mittleren Alter von 34,5 Jahren (SD 8,81) eingeschlossen. Das klinische Stadium zum Zeitpunkt des Einschlusses war CS II (n=9), CS I (n=1), CS III (n=1) sowie ein extragonadaler TGCT. In acht Fällen wurde die 68Ga-FAPI-PET vor, in vier Fällen nach Abschluss einer kurativen Chemotherapie durchgeführt. Histologisches Material lag in sechs Fällen vor (5 = Lymphknoten, 1 = mediastinaler Tumor). Die FAP-Expression im Hodentumorgewebe war in 80% mittel bis hoch und in 60% der Metastasen hoch. Die Stratifizierung in hohe und niedrige FAP-Läsionen erfolgte anhand des mittleren SUVmax aller radiologisch und histopathologisch positiv gesicherten Läsionen, welcher 7,81 (SD 7,9) betrug. Die Sensitivität der 68Ga-FAPI-PET lag bei 57%, bei einer Spezifität von 100%.

Schlussfolgerung: Dies ist die erste prospektive Studie zur Evaluation der 68Ga-FAPI-PET bei TGCT-Patienten und umfasst bislang die größte in der Literatur beschriebene Kohorte. Die Stratifizierung für Läsionen mit einem SUVmax über 7,81 zeigte eine exzellente Spezifität. Die 68Ga-FAPI-PET könnte somit potenziell als nützliche neue Bildgebungsmethode für das Primärstaging in den klinischen Stadien IIA und IIB sowie nach Chemotherapie bei Residualtumoren dienen.