66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
Wandel meistern: Auslagerung der medizinischen Dokumentation als innovative Kooperation zur Entlastung urologisch-onkologisch tätiger Leistungserbringer
Text
Einleitung: Hinweis: Zur besseren Lesbarkeit wird im Folgenden das generische Maskulinum verwendet; es sind stets alle Geschlechter mitgemeint.
Der onkologische Versorgungsalltag steht vor einem tiefgreifenden Wandel: steigende Krebsneuerkrankungen, zunehmende Anforderungen z.B. durch Krebsregister, Nachsorgedokumentation, Qualitätssicherung und die Onkologie‑Vereinbarung führen zu einer wachsenden Dokumentationslast. Urologisch-onkologisch tätige Leistungserbringer müssen neben der direkten Patientenversorgung komplexe Verlaufsdokumentationen, Registermeldungen und stichprobenartige Qualitätsprüfungen (8% der teilnehmenden Ärzte, jeweils 20 Fälle pro Jahr) bewältigen. Dies bindet Personal, erhöht das Risiko formaler Defizite mit möglichen wirtschaftlichen Konsequenzen und verstärkt den Druck im Kontext von Fachkräftemangel und Arbeiten 4.0, verstanden als digital unterstützte, stärker arbeitsteilig organisierte Medizin mit Fokus auf die Kernaufgaben der Leistungserbringer. Wandel bedeutet nicht nur Herausforderungen, sondern auch die Chance, neue Wege zu gehen und innovative Lösungen zu finden.
Methode: Vorgestellt wird ein Kooperationsmodell, bei dem ein externer spezialisierter Dienstleister (onkodata) die medizinische Dokumentation für urologisch-onkologisch tätige Praxen und Kliniken übernimmt. Anhand praxisnaher Fallkonstellationen werden Abläufe, Zuständigkeiten und Schnittstellen zur Praxis‑ bzw. Klinik‑EDV beschrieben. Ein besonderer Fokus liegt auf Prüfpunkten im Hinblick auf die Anforderungen der Onkologie‑Vereinbarung und darauf, wie Delegation und Digitalisierung helfen können, strukturellen Wandel aktiv zu meistern – indem man die Dokumentationslast als Chance für Arbeitsteilung nutzt.
Ergebnisse: In den beschriebenen Kooperationen zeigte sich eine deutliche Entlastung ärztlicher und nichtärztlicher Teams: weniger Zeitaufwand pro Fall für Dokumentationsaufgaben, klarere Prozesse, eine verbesserte Struktur der onkologischen Patientenakte und eine höhere Sicherheit im Hinblick auf stichprobenartige Qualitätsprüfungen und mögliche Sanktionen. Die Auslagerung supportiver Tätigkeiten (Tumordokumentation, Registermeldungen, QS‑Dokumentation) an einen spezialisierten Partner wurde als qualitätssteigernd, ökonomisch vorteilhaft und als pragmatische Strategie zur aktiven Wandelbewältigung wahrgenommen.
Schlussfolgerung: Wandel meistern heißt, neue Wege zu gehen und Lösungen zu finden, die den Alltag erleichtern und die Versorgungsqualität steigern. Arbeiten 4.0 bedeutet für die Urologie eine stärkere Fokussierung der Ärzte auf Diagnose und Therapie bei gleichzeitiger Delegation hochstandardisierbarer Dokumentations‑ und Qualitätssicherungsaufgaben an spezialisierte Dienstleister. Externe Partner wie onkodata zeigen: Wandel ist machbar – durch Kooperationsmodelle, die Bürokratielast reduzieren, die Einhaltung der Onkologie‑Vereinbarung sichern und den strukturellen Wandel zu einer Chance für effizientere, qualitativ hochwertige Versorgung machen.



