66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
Korrelation präoperativer MRT-Charakteristika mit histopathologischen Befunden im Prostatektomiepräparat: Validität der Bildgebung hinsichtlich extrakapsulärer Tumorausdehnung, Samenblaseninfiltration und Lymphknotenbefall
Text
Einleitung: Die multiparametrische MRT (mpMRT) ist eine etablierte Diagnostik bei Verdacht auf Prostatakarzinom. Ziel der Arbeit war die Korrelation präoperativer MRT-morphologischer Befunde mit der Histopathologie des Prostatektomiepräparats bezüglich Gleason Grading, extrakapsulärem Tumorwachstum (ECE), Samenblaseninfiltration (SVI) und Lymphknotenmetastasierung.
Methode: Unizentrische, retrospektive Analyse von Patienten mit radikaler Prostatektomie und präoperativem mpMRT zwischen 01/2019 und 06/2025 (n=200).
Ergebnisse: Eine Übereinstimmung des Gleason-Gradings zwischen Prostatastanzbiopsie und Prostatektomiepräparat zeigte sich in 77% (n = 154). Ein Upgrading wurde in 16% (n = 32) und ein Downgrading in 7% (n = 14) beobachtet.
Für das extrakapsuläre Tumorwachstum (pT ≥ 3a) lag die Sensitivität bei 28,3% und die Spezifität bei 91,6%. Hinsichtlich einer Samenblaseninfiltration (SVI) ergab sich eine Sensitivität von 10,5% bei einer Spezifität von 98,3%. Für den Nachweis von Lymphknotenmetastasen zeigte sich eine Sensitivität von 12,5% und eine Spezifität von 93,4%.
Die prädiktiven Werte unterstreichen diese Befunde: Der positive prädiktive Wert war moderat für ECE (50,0%) und SVI (40,0%) sowie niedrig für den Lymphknotenbefall (20,0%). Demgegenüber zeigten sich durchweg höhere negative prädiktive Werte mit 81,0% für ECE, 91,3% für SVI und 89,0% für Lymphknotenmetastasen.
Schlussfolgerung: Insgesamt weist die mpMRT eine hohe Spezifität und akzeptable negative prädiktive Werte auf, jedoch eine eingeschränkte Sensitivität für das Erkennen lokal fortgeschrittener Tumorstadien und lymphonodaler Metastasierung.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer multimodalen prätherapeutischen Risikostratifizierung sowie einer kritischen Interpretation MR-morphologischer Befunde im klinischen Entscheidungsprozess.



