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188. Versammlung des Vereins Rheinisch-Westfälischer Augenärzte

Verein Rheinisch-Westfälischer Augenärzte
06.-07.02.2026
Bochum

Meeting Abstract

Die Glaskörperblutung als Erstsymptom bei Tumoren – ein Fallbericht

Varuthiny Varatharasan - Dortmund
M. Kohlhaas - Dortmund

Text

Hintergrund: Einer Glaskörperblutung können viele verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Im klinischen Alltag wird dabei insbesondere an häufige Krankheitsbilder wie die diabetische Retinopathie oder Netzhautläsionen gedacht. Seltener verbirgt sich ein Tumor oder Aneurysma hinter der Blutung.

Methoden: Wir berichten von einer 92-jährigen Patientin, die sich notfallmäßig aufgrund einer plötzlichen schmerzlosen Visusminderung vorstellte. An relevanten Vorerkrankungen sind eine arterielle Hypertonie sowie eine Herzrhythmusstörung bekannt. In der Untersuchung zeigte sich bei reizfreiem altersentsprechendem Vorderabschnitt ein deutlich herabgesetzter Visus bei Fingerzählen. Funduskopisch war ein Einblick nicht möglich. Im Ultraschall stellte sich eine starke Glaskörperblutung mit retrohyaloidaler Blutung dar.

Ergebnisse: Im weiteren Verlauf wurde bei ausbleibender Besserung sich zu einer explorativen Pars-plana-Vitrektomie mit kombiniertem Linsenaustausch entschieden. Intraoperativ präsentierte sich hierbei ein juxtapapillärer Tumor, aus dem die Blutung hervorging. Eine am Folgetag durchgeführte FAG-Untersuchung zeigte in diesem Bereich eine hyperfluoreszente Läsion, die den Verdacht auf ein Hämangiom, differentialdiagnostisch aber auch auf ein retinales arterielles Makroaneurysma leitete. Weitere bildgebende Untersuchungen wie eine Röntgen-Thorax-Aufnahme und eine MRT des Schädels blieben ohne pathologischen Befund. Ein Therapieversuch mit intravitrealer Avastingabe wurde initiiert.

Schlussfolgerung: Die Differentialdiagnose von intraokularen Tumoren ist herausfordernd. Der erste Schritt zur Einleitung einer adäquaten Therapie ist der klinische Verdacht, der durch multimodale Bildgebungsverfahren gestützt werden sollte. Dieser Fall betont aber auch, andere wichtige Differentialdiagnosen immer im Blick zu behalten und auf mögliche Änderungen im Verlauf rechtzeitig und angemessen einzugehen.