Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Sequenzielle Immuntherapie unter Einsatz von CD19-CAR-T-Zelltherapie mit anschließender T-Zell-Engager-Therapie bei refraktärer juveniler systemischer Sklerose
Text
Einleitung: Die juvenile systemische Sklerose (jSSc) ist eine seltene, schwer verlaufende Autoimmunerkrankung, die mit hoher Morbidität und Mortalität einhergeht. Bei schweren, rasch progredienten Verläufen sind die Therapieergebnisse trotz immunsuppressiver und B-Zell-depletierender Ansätze unzureichend. CD19-gerichtete CAR-T-Zelltherapien und bispezifische Antikörper stellen neue therapeutische Optionen dar. Ziel dieser Arbeit ist die Darstellung von Sicherheit und Wirksamkeit einer Anti-CD19-CAR-T-Zelltherapie bei einem schweren, refraktären Fall einer jSSc, mehrere Monate später ergänzt durch eine Anti-BCMA-T-Zell-Engager-Therapie.
Methoden: Fallbericht eines 16-jährigen Jungen mit rasch progredienter diffuser kutaner jSSc mit schwerer Haut- und Lungenbeteiligung nach Versagen von Mycophenolatmofetil, Glukokortikoiden, Rituximab und Cyclophosphamid.
Zunächst erfolgte eine vollständig humane CD19-gerichtete CAR-T-Zelltherapie (miv-cel, Kyverna Therapeutics) nach Lymphodepletion mit Fludarabin/Cyclophosphamid (30 mg/m²/Tag bzw. 300 mg/m²/Tag über 3 Tage).
Nach vorübergehender Besserung über mehrere Monate kam es erneut zu einer klinischen Verschlechterung, sodass eine Therapie mit dem BCMA-gerichteten bispezifischen Antikörper Teclistamab eingeleitet wurde (Step-up über 5 Tage mit 1,5 mg/kg am letzten Tag, Erhaltungsdosis 1,5 mg/kg in Woche 4).
Das Follow-up umfasste klinische, funktionelle und serologische Parameter (inkl. mRSS und Lungenfunktion) sowie Nebenwirkungen.
Ergebnisse: Die CAR-T-Zelltherapie war gut verträglich; es trat ein mildes Zytokinfreisetzungssyndrom (Grad I) ohne Neurotoxizität auf. Nachdem mehrere vorherige immunmodulatorische Therapieversuche erfolglos geblieben waren, führte die CAR-T-Zelltherapie zu einem partiellen klinischen und serologischen Ansprechen über fünf Monate.
Eine Repopulation der B-Zellen wurde 1,5 Monate nach Infusion nachgewiesen. Zudem zeigte sich eine Reduktion des mRSS von 38 auf 15, sowie eine Verbesserung der Lungenfunktion (Zunahme der FVC 62% auf 75%) bei stabiler Diffusionskapazität nach 3 Monaten.
Nach fünf Monaten kam es zeitgleich mit einer Influenza-Infektion zu einem Rezidiv der Hautaktivität (mRSS 34) bei stabiler Lungenfunktion. Eine erneute Therapie mit Rituximab und Cyclophosphamid blieb wirkungslos.
13 Monate nach der CAR-T-Zelltherapie erfolgte die Behandlung mit dem bispezifischen Antikörper Teclistamab. Hierunter zeigte sich bei guter Verträglichkeit ein anhaltendes klinisches Ansprechen über bislang 4 Monate mit Stabilisierung der kutanen und funktionellen Parameter.
Schlussfolgerung: Die CAR-T-Zelltherapie ermöglichte eine vorübergehende Krankheitskontrolle bei refraktärer jSSc. In Fällen ohne anhaltende Krankheitskontrolle kann die Therapie mit einem T-Zell-Engager gegen ein alternatives B-Zell-Zielantigen zur erneuten Krankheitskontrolle beitragen, wie in diesem Fall durch die Verbesserung des Hautbefundes und eine Stabilisierung der pulmonale Situation über einen Beobachtungszeitraum von vier Monaten gezeigt wurde.
Zukünftige Studien sind erforderlich, um Prädiktoren des Therapieansprechens zu identifizieren sowie eine rationale Patientenselektion und optimale Sequenzierungsstrategien zu definieren.
Offenlegungserklärung: keine



