Deutscher Rheumatologiekongress 2026
Deutscher Rheumatologiekongress 2026
Automatisierte durch künstliche Intelligenz gestützte, sonographische Untersuchung der Hände bei Systemischem Lupus Erythematodes
Text
Einleitung: PatientInnen mit Systemischem Lupus Erythematodes (SLE) zeigen häufig auch entzündliche Kapsel- und Gelenkveränderungen die sich selten bis zu nicht erosiven Deformierungen (Jaccaud Arthropathie) entwickeln. Diese entgehen initial oft der klinischen und radiologischen Erkennung. Der automatisierte sonographische Untersuchungsroboter ARTHUR wurde zur Erkennung entzündlicher und degenerativer Gelenkveränderungen der Hände entwickelt und vor allem an PatientInnen mit Rheumatoider Arthritis (RA) und Fingerpolyarthrose (FPA) trainiert. Ziel dieser Studie ist die Überprüfung der Zuverlässigkeit der Untersuchung der Hände durch den Ultraschallroboter ARTHUR bei PatientInnen mit SLE.
Methoden: ARTHUR bietet ein automatisiertes Scannen und Auswerten der Gelenke der Handgelenke, aller MCP, IP/PiP und wahlweise zusätzlich der DiP Gelenke bezüglich einer Kapselschwellung, Perfusionssteigerung und Osteophyten von 11 bzw. 15 Gelenke jeder Hand. Grundlage sind die EULAR-OMERACT-Richtlinien. Als Ultraschallgerät dient ein CANON aplio a mit UHF Ultrabreit Linearsonde 18L7. Durchführung, Abbruchgründe und Zufriedenheit wurden standardisiert erfasst. Die Gelenk bezogenen Befunde wurden durch die automatisierte Untersuchungssoftware, trainierten Untersucher und Experten ausgewertet und verglichen.
Ergebnisse: 1.689 Gelenke von 80 PatientInnen mit SLE wurden untersucht. Die durchschnittliche Zeit für Untersuchung beider Hände dauert 20 Minuten, werden die DiP mit gescannt 30 Minuten. Die Rate untersuchbarer und befundbarer Gelenke mit guter Bilddokumentation lag bei 95,35%. Schwierigkeiten bereiteten ausgeprägte Deformierungen im Rahmen einer fortgeschrittenen Jaccaud-Arthropathie. Schmerzen bei der Untersuchung wurden nicht berichtet.
Die Zufriedenheit der Untersuchten war hoch: Alle gaben an zufrieden zu sein, davon ein Großteil auch sehr zufrieden. Niemand äußerte Unzufriedenheit. Die Bereitschaft der Teilnehmer, an einer erneuten Untersuchung im Follow-up teilzunehmen, lag bei 100%.
Kapselverdickungen/Schwellungen wurden bei 37,46% der Gelenke detektiert, die Gelenke mit der häufigsten Detektion waren die MCP-Gelenke mit 25,62%, die drei häufigsten hierunter waren das MCP2-Gelenk(6,15%), das MCP5-Gelenk (4,93%) und das MCP4-Gelenk (4,84%). Die geringste Rate zeigte sich am Carpalgelenk mit 1,95%. Die Übereinstimmung zwischen ARTHUR, trainiertem Untersucher und Experte war gut. Eine gesteigerte Perfusion zeigte sich an nur 0,46% der Gelenke bei guter Übereinstimmung.
Degenerative Veränderungen/Osteophyten zeigten sich an 4,19% der Gelenke. Die Gelenke mit der häufigsten Detektion waren PIP-Gelenke mit 2,60%, die geringste Rate zeigte sich an DIP-Gelenken (0,27%). Dabei zeigte sich eine deutlich höhere Rate detektierter Gelenke beim Experten als bei trainiertem Untersucher und ARTHUR.
Schlussfolgerung: Die automatisierte Ultraschalluntersuchung ist auch bei SLE möglich wobei ausgeprägte Kontrakturen im Rahmen einer fortgeschrittenen Jaccaud-Arthropathie Grenzen setzen. Die automatisierte an der RA trainierte Erkennung von Gelenkschwellungen zeigte sich auch beim SLE zufriedenstellend einsetzbar. Die erst später ergänzte und weniger trainierte Erkennung von Osteophyten zeigte noch keine ausreichende Sensitivität, die gute Bilddokumentation erlaubte aber eine gute Beurteilbarkeit durch den Experten.
Offenlegungserklärung: Dieses Projekt wurde durch AbbVie Deutschland mit €40.000 finanziell unterstützt.



