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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Agieren statt Reagieren durch barrierefreie Patientenkommunikation mit einem KI-Assistenten zur Erhebung von Erkrankungs- und Aktivitätsparametern bei Erst- und Folgetherapien mit bDMARDs

Jacqueline Detert - Rheumatologisch-immunologische Praxis PD Dr. med. Jacqueline Detert, Clinical Research Organization, Templin, Deutschland
Achim Aziz - StartUp Sinalis, München, Deutschland; Sinalis, München, Deutschland
Paul Sachse - StartUp Sinalis, München, Deutschland
Markus Detert - Rheumatologisch-immunologische Praxis PD Dr. med. Jacqueline Detert, Clinical Research Organization, Templin, Deutschland

Text

Einleitung: Die Entgegennahme von Anrufen als auch die Buchung von Terminen sind inzwischen durch diverse Anbieter von KI-basierten Kommunikationslösungen bereits allgegenwärtig.Wesentlich für unseren Alltag in der ambulanten Versorgung entzündungsbasierter Erkrankungen ist jedoch, dass wir nun auch ausgehende Anrufe zeitlich und inhaltlich generieren können. So können wir mit Hilfe des KI-Agenten z.B. nach Neu- und Umstellungen von Therapien nach Patienten-Einverständnis eine strukturierte Abfrage nach dem Befinden als auch möglichen Nebenwirkungen abarbeiten. Im bisherigen Versorgungsalltag mussten die Patienten selbst in Aktion treten. Das führte nicht selten zum Vergessen der Rückrufe seitens der Patienten in ihrem eigenen Alltag. Bei den kostenintensiven bDMARD (biological Disease Modification Antirheumatic Drugs) Therapien in der Rheumatologie möchten wir die Therapiesicherheit vor einem weiteren Folgerezept so sicherstellen, dass die vorgesehene Therapieplanung tatsächlich fortgeschrieben werden kann, weil der Status von Verträglichkeit und die Therapie-Compliance des Patienten vor dem nächsten Besuch in der ambulanten Sprechstunde entsprechend erhoben und sichergestellt werden kann. Hervorzuheben an dieser Lösung ist, dass die Patienten nur ein Telefon benötigen und kein Internet. Selbst ein Festnetztelefon, welches gerade unsere hochbetagten Patienten immer noch gernen nutzen, kann ohne weiteres benutzt werden. Durch die Herangehensweise des Agierens statt Reagieren können zeitiger wie bisher Abweichungen und Auffälligkeiten in der initialen Phase einer bDMARD-Therapie erkannt werden und Kurskorrekturen frühzeitiger eingeleitet werden. Der Behandlungserfolg und die Zufriedenheit der Patienten kann gezielt posiitiv beeinflusst werden.

Methoden:

  • Ausgangspunkt bildet die adaptive Nutzung bewährter Fragebogenstrukturen aus den Langzeitregistern des Deutschen Rheumaforschungszentrums Rabbit G23 Rabbit SPA, Kerndokumentation u.v.a.m.
  • Ableitung der relevanten Inhalte für die jeweiligen Erkrankungsformen wie z.B. Rheumatoide Arthrtitis, Spondyloarthritiden, u.a. zu den jeweiligen Anrufzeitpunkten (z.B. AE-Abfrage, FFbH, BASDAI, BASFI, EQ5, CQR5, VR-19, u.v.a.m.)
  • Erstellung der zeitlichen (Tabelle 1 [Tab. 1]) und inhaltlichen Anrufszenario-Konfigurationen zwischen den ambulanten Visitenterminen
  • Übertragung der Ergebnisse über die standardisierte GDT-Schnittstelle in das Praxisverwaltungssystem

Tabelle 1

Ergebnisse: Im Rahmen eines ersten Evaluationsdurchlaufs mit 10 ausgewählten Patienten konnte der Nachweis erbracht werden, dass die Nutzung eines den Patienten aktiv anrufenden KI-basierten Telefonassistenten positiv angenommen wird. Die nun laufende Evaluation von ca. 20 Patienten nach erstmaligen Therapiebeginn mit einem bDMARD bzw. nach einem Therapiewechsel wurde begonnen, die sich dazu schriftlich bereit erklärt haben. Die detaillierten Ergebnisse zum Erhebungsprozess sowie den von den Patienten geschilderten Rückmeldungen werden im Detail zum Kongress berichtet werden.

Schlussfolgerung: Die für diese Arbeit erstellten zeitlichen und inhaltlichen Anrufszenario-Konfigurationen lassen sich künftig u.a. für Durchführung klinischer Studien und Register entsprechend anpassen. Die automatische Übertragung der Ergebnisse in das Dokumentationssystem RheDAT wäre für die weitere Professionalisierung derartiger KI-basierter Assistenten perspektivisch dienlich.

Offenlegungserklärung: Autor JD: Beratungstätigkeiten, Honorare für Vorträge, Reisekostenübernahmen u.a. durch Abbvie, Amgen, BMS, Galapagos, Lilly, Genzyme, Gilead, Novartis, Pfizer, Sanofi, UCB. Diese Tätigkeiten und Honorierungen stehen in keinem inhaltlichen Zusammenhang oder materiellen bzw. ideellen Interessenkonflikt mit der Ausrichtung des eingereichten Abstracts.


Literatur

[1] RABBIT - Rheumatoide Arthritis: Beobachtung der Biologika-Therapie. Verfügbar unter: https://biologika-register.de/https://rabbit-spa.de/https://kerndokumentation.de/