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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Lebensstil und gesundheitsbezogene Lebensqualität: Ergebnisse der Interventionsstudie „10.000 Schritte NRW“

Kathrin Woitha - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Medizinische Soziologie, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Claudia Ruth Pischke - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Medizinische Soziologie, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Paula Mayara Matos Fialho - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Medizinische Soziologie, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Simone Weyers - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Medizinische Soziologie, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Markus Vomhof - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland; Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ), Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie, Düsseldorf, Deutschland; Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e.V., Deutschland
Andrea Icks - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland; Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ), Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Versorgungsforschung und Gesundheitsökonomie, Düsseldorf, Deutschland; Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e.V., Deutschland
Oliver Kuss - Deutsches Zentrum für Diabetesforschung e.V., Deutschland; Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ), Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Biometrie und Epidemiologie, Düsseldorf, Deutschland; Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Düsseldorf, Deutschland
Alexander Lang - Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ), Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Biometrie und Epidemiologie, Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund: Regelmäßige körperliche Aktivität (KA) wirkt sich positiv auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (Health-Related Quality of Life, HRQoL) aus. Potentielle additive Effekte anderer Lebensstilfaktoren sind unzureichend erforscht.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Zusammenhänge zwischen einem aus verschiedenen Lebensstilfaktoren gebildeten etablierten Lebensstil-Index und HRQoL zu analysieren. Grundlage waren Daten aus der nicht-randomisierten kontrollierten Studie ‚10.000 Schritte NRW‘.

Material & Methoden: Lebensstilfaktoren (Rauchen, Obst- und Gemüseverzehr, KA, Alkoholkonsum) sowie HRQoL wurden mittels telefonischer Interviews in zwei deutschen Städten erhoben. Der Obst- und Gemüseverzehr wurde anhand von Items aus der GEDA (2019/2021), KA mit dem Global Physical Activity Questionnaire (GPAQ) und Alkoholkonsum mittels AUDIT erfasst. HRQoL wurde mit dem EuroQol-5D-5L (Mobilität, Selbstversorgung, Alltagsaktivitäten, Schmerz/Beschwerden, Angst/Depression) gemessen. Ein Lebensstil-Index (0–4 Punkte) wurde aus Nichtrauchen, täglichem Obst- und Gemüseverzehr, ausreichender KA (≥ 600 MET-Min./Woche) sowie keinem oder moderatem Alkoholkonsum (≤ 6 Getränke/Woche) gebildet. Die Zusammenhänge zwischen Lebensstil-Index und HRQoL wurden mittels multivariabler linearer Regression analysiert, adjustiert für soziodemographische Variablen.

Ergebnisse: In die Analysen wurden 627 Teilnehmende eingeschlossen. Davon erfüllten 13% ≤ 2 günstige Lebensstilfaktoren, 31% 3 und 56% 4 Faktoren. Die Einhaltung aller 4 günstigen Lebensstilfaktoren war im Vergleich zur Adhärenz zu ≤ 2 Faktoren mit einer höheren HRQoL assoziiert [β (95%-KI): 0,037 (0,013; 0,070)]. Zudem zeigte sich mit jedem zusätzlichen günstigen Lebensstilfaktor eine höhere HRQoL [β (95%-KI): 0,017 (0,003; 0,031)]. Bei der getrennten Betrachtung einzelner Gesundheitsverhaltensweisen war insbesondere ausreichende KA mit einer höheren HRQoL verbunden [β (95%-KI): 0,069 (0,028; 0,110)].

Diskussion: Die Ergebnisse bestätigen die Bedeutung eines gesunden Lebensstils für die HRQoL und weisen auf einen additiven Effekt mehrerer günstiger Verhaltensweisen hin.

Take Home Message für die Praxis: Ein gesunder Lebensstil zahlt sich aus: Je mehr gesundheitsförderliche Verhaltensweisen umgesetzt werden, desto höher ist die HRQoL, wobei insbesondere regelmäßige KA einen zentralen Beitrag leistet. Bewegung sollte daher ein Kernbestandteil präventiver Maßnahmen auf Bevölkerungsebene sein.

Interessenkonflikte: Keine