- Conferences Overview
- Gesundheit gestalten
- Lebensstil und gesundheitsbezogene Lebensqualität: Ergebnisse der Interventionsstudie „10.000 Schritte NRW“
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Lebensstil und gesundheitsbezogene Lebensqualität: Ergebnisse der Interventionsstudie „10.000 Schritte NRW“
Text
Hintergrund: Regelmäßige körperliche Aktivität (KA) wirkt sich positiv auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (Health-Related Quality of Life, HRQoL) aus. Potentielle additive Effekte anderer Lebensstilfaktoren sind unzureichend erforscht.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Zusammenhänge zwischen einem aus verschiedenen Lebensstilfaktoren gebildeten etablierten Lebensstil-Index und HRQoL zu analysieren. Grundlage waren Daten aus der nicht-randomisierten kontrollierten Studie ‚10.000 Schritte NRW‘.
Material & Methoden: Lebensstilfaktoren (Rauchen, Obst- und Gemüseverzehr, KA, Alkoholkonsum) sowie HRQoL wurden mittels telefonischer Interviews in zwei deutschen Städten erhoben. Der Obst- und Gemüseverzehr wurde anhand von Items aus der GEDA (2019/2021), KA mit dem Global Physical Activity Questionnaire (GPAQ) und Alkoholkonsum mittels AUDIT erfasst. HRQoL wurde mit dem EuroQol-5D-5L (Mobilität, Selbstversorgung, Alltagsaktivitäten, Schmerz/Beschwerden, Angst/Depression) gemessen. Ein Lebensstil-Index (0–4 Punkte) wurde aus Nichtrauchen, täglichem Obst- und Gemüseverzehr, ausreichender KA (≥ 600 MET-Min./Woche) sowie keinem oder moderatem Alkoholkonsum (≤ 6 Getränke/Woche) gebildet. Die Zusammenhänge zwischen Lebensstil-Index und HRQoL wurden mittels multivariabler linearer Regression analysiert, adjustiert für soziodemographische Variablen.
Ergebnisse: In die Analysen wurden 627 Teilnehmende eingeschlossen. Davon erfüllten 13% ≤ 2 günstige Lebensstilfaktoren, 31% 3 und 56% 4 Faktoren. Die Einhaltung aller 4 günstigen Lebensstilfaktoren war im Vergleich zur Adhärenz zu ≤ 2 Faktoren mit einer höheren HRQoL assoziiert [β (95%-KI): 0,037 (0,013; 0,070)]. Zudem zeigte sich mit jedem zusätzlichen günstigen Lebensstilfaktor eine höhere HRQoL [β (95%-KI): 0,017 (0,003; 0,031)]. Bei der getrennten Betrachtung einzelner Gesundheitsverhaltensweisen war insbesondere ausreichende KA mit einer höheren HRQoL verbunden [β (95%-KI): 0,069 (0,028; 0,110)].
Diskussion: Die Ergebnisse bestätigen die Bedeutung eines gesunden Lebensstils für die HRQoL und weisen auf einen additiven Effekt mehrerer günstiger Verhaltensweisen hin.
Take Home Message für die Praxis: Ein gesunder Lebensstil zahlt sich aus: Je mehr gesundheitsförderliche Verhaltensweisen umgesetzt werden, desto höher ist die HRQoL, wobei insbesondere regelmäßige KA einen zentralen Beitrag leistet. Bewegung sollte daher ein Kernbestandteil präventiver Maßnahmen auf Bevölkerungsebene sein.
Interessenkonflikte: Keine



