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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Akzeptanz und Anwendbarkeit eines Gesprächsleitfadens zur Übermittlung von Bewegungsempfehlungen bei Angehörigen von Gesundheitsberufen

Julius Vogel - Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Medizinische Soziologie, Centre for Health and Society, Düsseldorf, Deutschland
Paula Mayara Matos Fialho - Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Medizinische Soziologie, Centre for Health and Society, Düsseldorf, Deutschland
Hannelore Riesner - Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, AG Sportmedizin und Trainingswissenschaften, Düsseldorf, Deutschland
Simone Weyers - Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Medizinische Soziologie, Centre for Health and Society, Düsseldorf, Deutschland
Claudia Ruth Pischke - Medizinische Fakultät und Universitätsklinikum Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Medizinische Soziologie, Centre for Health and Society, Düsseldorf, Deutschland

Text

Hintergrund: Bewegungsempfehlungen (z.B. „Rezept für Bewegung“) oder evidenzbasierte Bewegungsangebote (z.B. „10.000 Schritte“-Programm) sind in Deutschland und umliegenden europäischen Ländern zum Teil bereits gut etabliert. Im Versorgungsalltag sind Bewegungsempfehlungen und der Hinweis auf evidenzbasierte Programme zur Förderung von regelmäßiger körperlicher Aktivität (KA) allerdings noch keine Routine.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel der Studie war es zu untersuchen, wie geeignet und praktikabel ein Gesprächsleitfaden aus Sicht von Angehörigen von Gesundheitsberufen im therapeutischen Alltag ist, um Bewegungsempfehlungen zu übermitteln.

Material & Methoden: Auf Basis einer Literaturrecherche wurde ein Gesprächsleitfaden zur Unterstützung der Initiierung und Förderung einer Verhaltensänderung zur Steigerung der Schrittzahl entwickelt. Dieser war an das 5A (Ask, Assess, Advise, Assist, Arrange)-Modell angelehnt und wurde im Rahmen einer vierwöchigen Pilotierung durch 14 Angehörige verschiedener Gesundheitsberufe eingesetzt. Seine Anwendbarkeit wurde vor und nach der Pilotierung in wiederholten Fokusgruppensitzungen und Einzelinterviews diskutiert. Die gewonnenen Daten wurden transkribiert und anschließend in einer softwaregestützten (MAXQDA), qualitativen und inhaltlich-strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz analysiert.

Ergebnisse: Die Etablierung des Gesprächsleitfadens wurde insgesamt als sinnvoll bewertet, besonders, um weniger routinierte (jüngere) Angehörige von Gesundheitsberufen dabei zu unterstützen, Empfehlungen zu KA in Konsultationen auszusprechen. Je nach Fachrichtung zeigten sich allerdings vereinzelt Unterschiede in der Einschätzung seiner Umsetzbarkeit. Die Bereitschaft zur zukünftigen Nutzung und Weiterempfehlung des Gesprächsleitfadens war hoch. Hier wurden von einzelnen Studienteilnehmenden Anpassungen und technische Ergänzungen empfohlen, um ihn in verschiedenen beruflichen und zeitlichen Kontexten optimal einsetzen zu können. Zusätzlich wurden Bedarfe nach multimodalen Therapiekonzepten zur Förderung von KA geäußert.

Diskussion: Der Gesprächsleitfaden erwies sich als geeignet und praktikabel im therapeutischen Alltag. Kontextspezifische Anpassungen können die Anwendbarkeit weiter verbessern.

Take Home Message für die Praxis: Die Anwendung eines Gesprächsleitfadens auf Basis des 5A-Modells als Kurzintervention könnte helfen, das Thema KA in Konsultationen zukünftig stärker zu adressieren.

Interessenkonflikte: Keine