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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Validierung eines Instruments zur Erhebung von Risiko- und Schutzfaktoren für jugendliches Problemverhalten

Rebecca Brandner - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Lea Decker - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Dominik Röding - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Isabell von Holt - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland
Ulla Walter - Medizinische Hochschule Hannover, Institut für Epidemiologie, Sozialmedizin und Gesundheitssystemforschung, Hannover, Deutschland

Text

Hintergrund: Für die Prävention von jugendlichem Problemverhalten (z.B. Substanzkonsum) braucht es valide Instrumente zur Erhebung lokaler Prävalenzen von nachbarschafts-, schul-, familien- und peerbezogener Risiko- und Schutzfaktoren für dieses Verhalten. Im deutschsprachigen Raum liegen bisher nur wenig Validierungsstudien für solche Instrumente vor.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist, psychometrische Eigenschaften eines solchen Instruments zu untersuchen.

Material & Methoden: Datenbasis ist das Schüler:innen-Sample (n = 12.077) einer bundeslandübergreifenden Studie zur Evaluation des schulischen Präventionssystems WEITBLICK, an der von 2023 bis Stand Januar 2026 16 Grund- und 50 weiterführende Schulen teilnehmen. Dabei wird eine erweiterte Version des international erprobten CTC-Surveys sowie eine für Grundschulen angepasste Version eingesetzt. Die Analysen fokussieren auf 34 nachbarschafts-, schul-, familien- und peerbezogenen Risiko- und Schutzfaktoren sowie deren Zusammenhang mit Alkohol-, Nikotin-, Drogen- und Substanzkonsum, pathologischer Mediennutzung, Delinquenz und Gewalt. Es wurden Reliabilitäts- und Korrelationsanalysen durchgeführt.

Ergebnisse: Für die Risikofaktoren reichen die internen Konsistenzen von α = .521 – .893, für die Schutzfaktoren von α = .541 – .893 und für die Problemverhaltensweisen von α = .643 – .906. Die Risikofaktoren korrelieren theoriekonform positiv mit mehreren Problemverhaltensweisen (r = .204** – .581**). Die Schutzfaktoren korrelieren theoriekonform negativ mit mehreren Problemverhaltensweisen (r = -.210** – -.315**).

Diskussion: Die Ergebnisse konvergieren mit bisherigen Studien zu dem Instrument in Deutschland und anderswo. Limitationen werden diskutiert und weitere Analysen folgen, wie z.B. konfirmatorische Faktorenanalysen.

Take Home Message für die Praxis:

• Der CTC-Survey kann als Instrument der Präventionsbedarfsermittlung empfohlen werden.

• Das Instrument erhebt Problemverhaltensweisen sowie ihre Risiko- und Schutzfaktoren reliabel.

• Diese Risiko- und Schutzfaktoren korrelieren jeweils mit mehreren Problemverhaltensweisen.

Interessenkonflikte: Keine