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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Visuelle Designelemente in der pädiatrischen Gesundheitskommunikation und ihre Bezüge zu kognitiven, affektiven und motivationalen Outcomes von Eltern: ein Scoping Review
Text
Hintergrund: Fachkräfte in der pädiatrischen Prävention vermitteln Eltern unter Zeitdruck Gesundheitsinformationen. Informationsmaterialien wirken unterstützend. Familien mit geringer Lesekompetenz (z.B. durch Migration, geringe Bildung) profitieren kaum von textlastigen Materialien. Visuelle Formate können hier helfen, doch fehlt eine systematische Übersicht, welche Designelemente mit elterlichen Outcomes zusammenhängen.
Zielsetzung/Fragestellung: Systematische Erfassung visueller Designelemente in pädiatrischer Gesundheitskommunikation und Zuordnung zu den Outcome-Domänen Gesundheitskompetenz (GK), affektive Reaktion (AR), Ergebniserwartung (HEE) und Selbstwirksamkeit (SWE). Ableitung evidenzgestützter Gestaltungsempfehlungen.
Material & Methoden: Scoping Review nach JBI-Methodik (PRISMA-ScR). PubMed, Scopus, PsycINFO sowie Handsuche und Elicit nach empirischen Studien (00–25) zu statisch-visuellen pädiatrischen Gesundheitsmaterialien für Eltern durchsucht (festgelegte PCC-Kriterien). Studien entlang vier a priori definierter Designdimensionen (Format, Medium, Didaktik, Zugänglichkeit) gruppiert und Outcome-Domänen (HL, AR, OE, SE) zugeordnet.
Ergebnisse: 34 Studien, meist Primärprävention (73,5%) mit (quasi-)experimentellen Designs (79,4%). GK war häufigstes Outcome (94,1%), gefolgt von AR (64,7%) sowie HEE/SWE (je 38,2%). Es dominierten Illustrationen (85,3%) und Fotos (41,2%); häufigste Medien waren Print-Handouts (44,1%) und Labels (23,5%). Didaktische Techniken dominiert durch Icon-Systeme (70,6%), quantitative Visualisierungen (38,2%). Zugänglichkeit durch barrierefreie Layouts (44,1%) und Literalitätsanpassung (32,4%) gewährleistet. Icon-Systeme und Anleitungen waren mit GK/SWE verknüpft, Nudges und verpackungsbasierte Darstellungen mit HEE/AR.
Diskussion: Visuelle Materialien können zu gerechtigkeitsorientierter pädiatrischer Prävention beitragen, v.a. wenn sie kontextspezifisch eingesetzt und partizipativ entwickelt werden. Motivationale Outcomes sind unterrepräsentiert, was Forschungsbedarf aufzeigt. Die Evidenzbasis ist heterogen; die Auswertung erfolgte im Single-Reviewer-Design.
Take Home Message für die Praxis: Die entwickelten Gestaltungsempfehlungen bieten eine evidenzgestützte Grundlage für die bedarfsgerechte Konzeption und Realisierung gerechtigkeitsorientierter visueller Materialien für Fachkräfte, Institutionen und Forschung.
Interessenkonflikte: Keine



