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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Positive Health in der Primärversorgung: Entwicklung eines Interventionskonzepts zur personenzentrierten Gesundheitsförderung
Text
Hintergrund: Hausarztpraxen spielen eine zentrale Rolle in der Versorgung von Patient:innen mit chronischen Erkrankungen und psychosozialen Belastungen. Krankheitsbewältigung findet nicht nur in der Konsultation, sondern größtenteils im Alltag statt, weshalb Patientenaktivierung und Selbstmanagement entscheidend für den Therapieerfolg sind. Gleichzeitig stehen Hausärzt:innen vor der Herausforderung, diese Prozesse trotz begrenzter Zeit zu fördern. Strukturierte, personenzentrierte Gesprächsansätze können helfen, Ressourcen sichtbar zu machen und Selbstmanagement zu stärken. Das niederländische Konzept „Positive Health“ bietet einen solchen Ansatz. Es basiert auf einem dynamischen Gesundheitsverständnis und einem Gesprächstool mit sechs Dimensionen: körperliche Funktion, mentales Wohlbefinden, Sinngebung, Lebensqualität, Partizipation und Alltag. Dadurch kann der Dialog zwischen Ärzt:in und Patient:in unterstützt und die Vermittlung psychosozialer Hilfen vorbereitet werden.
Zielsetzung/Fragestellung: Das Projekt „Positive Health Innovation“ (Innovationsfonds 01VSF24030) adaptiert und pilotiert das Beratungskonzept für den deutschen Kontext. Dieser Beitrag beschreibt die mehrstufige, partizipative Interventionsentwicklung.
Material & Methoden: Einzelinterviews und Fokusgruppen mit Stakeholdern dienen der Bedarfsermittlung. Die Auswertung erfolgte inhaltsanalytisch im multiprofessionellen Team. Darauf aufbauend wurden geeignete Methoden und Strategien für das Interventionskonzept sowie die Implementierungsstrategie ausgewählt (Mapping). Der Entwicklungsprozess wurde durch ein Wirkmodell (Theory of Change) strukturiert.
Ergebnisse: Die Intervention umfasst je Patient:in zwei hausärztliche Positive Health-Konsultationen zur Vereinbarung individueller Gesundheitsziele. Bei Bedarf vermittelt eine Sozialarbeiter:in regionale Hilfsangebote. Eine multimodale Implementierungsstrategie (u.a. Trainings, QZ) fördert die Umsetzung, wobei regionale Adaptionen möglich sind. MFAs und Sozialarbeiter:innen sollen konsequent einbezogen werden.
Diskussion: Partizipative Methoden sind geeignet, relevante Perspektiven in die Interventionsentwicklung einzubeziehen, um Praxisnähe herzustellen und somit Akzeptanz, Machbarkeit und Implementierbarkeit zu fördern. Der Ansatz zeigt, wie hausärztliche Interventionen systematisch konzipiert werden können.
Take Home Message für die Praxis: Positive Health bietet ein vielversprechendes, personenzentriertes Tool, das Hausärzt:innen bei der Umsetzung strukturierter Konsultationen und der Integration ganzheitlicher Perspektiven unterstützten kann.
Interessenkonflikte: Karolien van den Brekel-Dijkstra ist Mitarbeiterin von Positive Health International.



