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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Positive Health in der Primärversorgung: Entwicklung eines Interventionskonzepts zur personenzentrierten Gesundheitsförderung

Alexandra Kayser - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Allgemeinmedizin II und Patientenorientierung in der Primärversorgung, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
Ines-Maria Gärtner - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Allgemeinmedizin II und Patientenorientierung in der Primärversorgung, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
Philip Schillen - Universität Duisburg-Essen, Institut für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät, Essen, Deutschland
Catrin Beu - Universität Duisburg-Essen, Institut für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät, Essen, Deutschland
Simon Schwill - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Angela Fuchs - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät, Düsseldorf, Deutschland
Anika Mitzkat - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Sophie Peter - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Allgemeinmedizin II und Patientenorientierung in der Primärversorgung, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland
Ottomar Bahrs - Dachverband Salutogenese e.V., Deutschland
Jürgen in der Schmitten - Universität Duisburg-Essen, Institut für Allgemeinmedizin, Medizinische Fakultät, Essen, Deutschland
Stefan Wilm - Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Centre for Health and Society (chs), Medizinische Fakultät, Düsseldorf, Deutschland
Nina Timmesfeld - Ruhr-Universität Bochum, Abteilung für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Bochum, Deutschland
Marcus Redaelli - Universität zu Köln, Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie, Köln, Deutschland
Stephanie Stock - Universität zu Köln, Medizinische Fakultät und Uniklinik Köln, Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie, Köln, Deutschland
Attila Altiner - Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, Heidelberg, Deutschland
Karolien van den Brekel-Dijkstra - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Allgemeinmedizin II und Patientenorientierung in der Primärversorgung, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland; Positive Health International, Niederlande
Achim Mortsiefer - Universität Witten/Herdecke, Lehrstuhl für Allgemeinmedizin II und Patientenorientierung in der Primärversorgung, Institut für Allgemeinmedizin und Ambulante Gesundheitsversorgung (iamag), Fakultät für Gesundheit, Witten, Deutschland

Text

Hintergrund: Hausarztpraxen spielen eine zentrale Rolle in der Versorgung von Patient:innen mit chronischen Erkrankungen und psychosozialen Belastungen. Krankheitsbewältigung findet nicht nur in der Konsultation, sondern größtenteils im Alltag statt, weshalb Patientenaktivierung und Selbstmanagement entscheidend für den Therapieerfolg sind. Gleichzeitig stehen Hausärzt:innen vor der Herausforderung, diese Prozesse trotz begrenzter Zeit zu fördern. Strukturierte, personenzentrierte Gesprächsansätze können helfen, Ressourcen sichtbar zu machen und Selbstmanagement zu stärken. Das niederländische Konzept „Positive Health“ bietet einen solchen Ansatz. Es basiert auf einem dynamischen Gesundheitsverständnis und einem Gesprächstool mit sechs Dimensionen: körperliche Funktion, mentales Wohlbefinden, Sinngebung, Lebensqualität, Partizipation und Alltag. Dadurch kann der Dialog zwischen Ärzt:in und Patient:in unterstützt und die Vermittlung psychosozialer Hilfen vorbereitet werden.

Zielsetzung/Fragestellung: Das Projekt „Positive Health Innovation“ (Innovationsfonds 01VSF24030) adaptiert und pilotiert das Beratungskonzept für den deutschen Kontext. Dieser Beitrag beschreibt die mehrstufige, partizipative Interventionsentwicklung.

Material & Methoden: Einzelinterviews und Fokusgruppen mit Stakeholdern dienen der Bedarfsermittlung. Die Auswertung erfolgte inhaltsanalytisch im multiprofessionellen Team. Darauf aufbauend wurden geeignete Methoden und Strategien für das Interventionskonzept sowie die Implementierungsstrategie ausgewählt (Mapping). Der Entwicklungsprozess wurde durch ein Wirkmodell (Theory of Change) strukturiert.

Ergebnisse: Die Intervention umfasst je Patient:in zwei hausärztliche Positive Health-Konsultationen zur Vereinbarung individueller Gesundheitsziele. Bei Bedarf vermittelt eine Sozialarbeiter:in regionale Hilfsangebote. Eine multimodale Implementierungsstrategie (u.a. Trainings, QZ) fördert die Umsetzung, wobei regionale Adaptionen möglich sind. MFAs und Sozialarbeiter:innen sollen konsequent einbezogen werden.

Diskussion: Partizipative Methoden sind geeignet, relevante Perspektiven in die Interventionsentwicklung einzubeziehen, um Praxisnähe herzustellen und somit Akzeptanz, Machbarkeit und Implementierbarkeit zu fördern. Der Ansatz zeigt, wie hausärztliche Interventionen systematisch konzipiert werden können.

Take Home Message für die Praxis: Positive Health bietet ein vielversprechendes, personenzentriertes Tool, das Hausärzt:innen bei der Umsetzung strukturierter Konsultationen und der Integration ganzheitlicher Perspektiven unterstützten kann.

Interessenkonflikte: Karolien van den Brekel-Dijkstra ist Mitarbeiterin von Positive Health International.