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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Ermittlung von Erfolgsfaktoren und Entwicklung von Empfehlungen für den Auf- und Ausbau von Unterstützungsnetzwerken für Menschen mit Demenz in Sachsen-Anhalt

Annelie Weißel - Landeskompetenzzentrum Demenz, Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft, Deutschland

Text

Hintergrund: Demenz stellt eine erhebliche gesellschaftliche Herausforderung dar, die Betroffene, deren An- und Zugehörige sowie das Gesundheits- und Sozialsystem in besonderem Maße betrifft. Die im November 2025 veröffentlichte Landesdemenzstrategie Sachsen-Anhalt verfolgt daher unter anderem das Ziel, Demenznetzwerke aufzubauen und dauerhaft zu verankern.

Es zeigen sich unterschiedliche Bedarfe und Herausforderungen bei der Umsetzung dieses Vorhabens.

Zielsetzung/Fragestellung: Welche Faktoren bestimmen den erfolgreichen Aufbau, die Verstetigung und die Übertragbarkeit koordinierter Demenznetzwerke in Sachsen-Anhalt?

Material & Methoden: Die methodische Umsetzung des Projekts basiert auf einem mehrstufigen, partizipativen Forschungsdesign in zwei Modellregionen, dem Landkreis Stendal und dem Burgenlandkreis. Zunächst erfolgt eine Bestandsaufnahme relevanter Versorgungstrukturen bei Demenz (Stegbauer und Häußling, 2025). Auf dieser Basis werden zentrale Akteure identifiziert, die im weiteren Verlauf in explorativen, leitfadengestützten Fokusgruppeninterviews eingebunden werden, um die Strukturen vertiefend zu analysieren (Jayasekara, 2012; Krueger and Casey, 2015).

Diese dienen als Grundlage für die Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung von Demenznetzwerken, die im Rahmen von Workshops nach der Methodik deliberativer Dialoge mit den Vetreter:innen der Landkreise validiert. (Gastil und Levine, 2005)

Ergebnisse: Wir haben Erkenntnisse zu vorhandenen Versorgungsstrukturen bei Demenz in den Modellregionen gewonnen. Darüber hinaus werden Ergebnisse zu Erfordernissen des Aufbaus regionaler demenzspezifischer Strukturen aus den vertiefenden Interviews mit zentralen Schlüsselpersonen erwartet. Auf dieser Datengrundlage entwickelte und partizipativ abgestimmte Handlungsempfehlungen für die Modellregionen und andere Regionen Sachsen-Anhalts stellen schließlich das Endergebnis des Projekts dar.

Diskussion: Die Handlungsempfehlungen für die Entwicklung und Implementierung von demenzspezifischen Netzwerkstrukturen sind die Grundlage für die Umsetzung, lokale Demenznetzwerke in allen Regionen Sachsen-Anhalts aufzubauen. Das methodische Vorgehen kann hinsichtlich der Übertragbarkeit zur Beantwortung ähnlicher Forschungsfragen geprüft werden.

Take Home Message für die Praxis: Für die Praxis bedeutet dies, dass der Aufbau und die Weiterentwicklung von Demenznetzwerken individuell an die jeweiligen regionalen Gegebenheiten angepasst werden sollten. Unterstützungsangebote auf Landesebene können dabei helfen, die nachhaltige Etablierung der Netzwerke zu fördern.

Interessenkonflikte: Keine