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- Was denken Hausärzt:innen über den zukünftigen Einsatz blutbasierter Biomarker der Alzheimer-Erkrankung in der hausärztlichen Praxis? Eine quantitative Befragung
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Was denken Hausärzt:innen über den zukünftigen Einsatz blutbasierter Biomarker der Alzheimer-Erkrankung in der hausärztlichen Praxis? Eine quantitative Befragung
Text
Hintergrund: Eine der aktuell spannendsten Entwicklungen in der Demenzforschung ist das Aufkommen von Tests zum Nachweis von Biomarkern der Alzheimer-Erkrankung im Blut (BBM-Tests). BBM-Tests haben das Potential, die Diagnostik und Versorgung von Demenz in der Hausarztpraxis deutlich zu vereinfachen und zu verbessern. Der erste BBM-Test ist mittlerweile in der Praxis verfügbar. Hausärzt:innen fungieren als Gatekeeper, da sie Patient:innen den BBM-Test erklären müssen, den Test beauftragen sowie ggf. Ergebnisse kommunizieren müssen. Daher ist es für die erfolgreiche Implementierung von BBM-Tests unerlässlich, die Einstellungen von Hausärzt:innen gegenüber diesen Entwicklungen zu erfassen.
Zielsetzung/Fragestellung: Welche Einstellungen, Erwartungen und Bedenken haben Hausärzt:innen in Deutschland gegenüber BBM-Tests zur Alzheimerdiagnostik?
Material & Methoden: Basierend auf n= 15 qualitativen Interviews mit Hausärzt:innen in Deutschland wurde seit dem 01.10.2026 bis zum 30.04.2026 (laufend) eine deutschlandweite quantitative Online-Umfrage unter Hausärzt:innen durchgeführt. Die Rekrutierung erfolgte über Hausarztverbände, Forschungspraxennetzwerke, sowie über postalische Ansprache einzelner Hausärzt:innen (n=4356).
Stand 08.04.2026 haben N=125 Personen den Fragebogen ausgefüllt, davon 45% weiblich, Durchschnittsalter 54 Jahre. Die Auswertung erfolgt deskriptiv. Geschlechtsunterschiede werden untersucht.
Ergebnisse: Vorläufige Ergebnisse zeigen, dass Hausärzt:innen BBM-Tests prinzipiell offen gegenüberstehen, es ist jedoch noch wenig Wissen dazu vorhanden. Potentieller Nutzen wird vor allem in der Differenzialdiagnostik sowie in der Diagnostik von Patient:innen mit Risikofaktoren gesehen. Bedenken beziehen sich vor allem auf den Mangel an wirkungsvollen Therapieoptionen, falls das Testergebnis positiv sein sollte. Der Einsatz in der Frühdiagnostik wird eher kritisch gesehen.
Diskussion: Insgesamt werden BBM-Tests positiv aufgenommen, allerdings weniger als „Gamechanger“, sondern eher als Unterstützung bisheriger Diagnostik gesehen. Es besteht Informations- und Weiterbildungsbedarf. Erfolgreiche Implementierung der BBM-Tests bedarf aktueller Leitlinien und Therapieoptionen für die Alzheimer-Demenz müssen verbessert werden.
Take Home Message für die Praxis: Hausärzt:innen sind insgesamt offen gegenüber BBM-Tests. Für eine erfolgreiche Implementierung muss der Mehrwert und vor allem die Handlungskonsequenz im Falle eines positiven Testergebnisses deutlich werden.
Interessenkonflikte: Es bestehen keine Interessenskonflikte.



