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- Behandlungsentscheidungen angesichts potenziell lebensbedrohlicher Ereignisse in der stationären Altenpflege – eine qualitative Interviewstudie unter Berücksichtigung der Perspektiven von Bewohnern, rechtlichen Vertretern und Pflegekräften
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Behandlungsentscheidungen angesichts potenziell lebensbedrohlicher Ereignisse in der stationären Altenpflege – eine qualitative Interviewstudie unter Berücksichtigung der Perspektiven von Bewohnern, rechtlichen Vertretern und Pflegekräften
Text
Hintergrund: Bei Bewohnern von Altenpflegeeinrichtungen, die angesichts potenziell lebensbedrohlicher Ereignisse (PLE) behandelt werden, geschieht dies den Ergebnissen der BEVOR-Studie zufolge nur in rund 30% der Fälle im Einklang mit dem diesbezüglich bekannten wohlinformierten Bewohnerwillen. Bisher ist wenig darüber bekannt, wodurch diese Entscheidungsprozesse stattdessen gekennzeichnet sind.
Zielsetzung/Fragestellung: Wie kommen Behandlungsentscheidungen angesichts PLE bei Bewohnern von Altenpflegeeinrichtungen zustande und welche prozessualen Muster lassen sich darin erkennen?
Material & Methoden: Das Material besteht aus einem Datensatz der BEVOR-Studie und umfasst ca. 180 Fallakten, die folgende Informationen zu Entscheidungsprozessen angesichts PLE enthalten: Pflegedokumentation (Fotos) sowie Interviews (Audiomitschnitte) mit Bewohnern, rechtlichen Vertretern und Pflegekräften.
Neben einer qualitativ-strukturierenden Inhaltsanalyse nach Kuckartz werden die Ergebnisse auch quantifizierend zusammengefasst.
Ergebnisse: Die Auswertung ist bis zum Kongress abgeschlossen. Der aktuelle Analysestand weist darauf hin, dass Behandlungsentscheidungen, die nicht explizit im Einklang mit dem wohlinformierten Patientenwillen stehen, eher durch eine Orientierung an medizinischer Indikation, Interessen beteiligter Dritter oder objektivem Patientenwohl gekennzeichnet sind. Das aktive Involvieren der Person bzw. ihrer rechtlichen Vertretung, die bewusste Gestaltung eines befähigenden Prozesses sowie eine autonomie-orientierte Haltung der Beteiligten befördern hingegen präferenzkonsistente Behandlungsentscheidungen.
Diskussion: Die Studie wird Hypothesen zu der Frage generieren, welche interaktionellen und prozessbezogenen Faktoren für präferenzkonsistente Behandlungsentscheidungen eher hinderlich und welche eher förderlich sind.
Take Home Message für die Praxis: Eine präferenzkonsistente Behandlung von Pflegeheimbewohnern angesichts von PLE ist bisher nicht die Regel. Dies im Sinne der gebotenen Patientenautonomie zu verändern, erfordert einen systemischen Ansatz.
Interessenkonflikte: Keine



