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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Haltung zur Demenzfrüherkennung und Häufigkeit berichteter Gedächtnis-Probleme – zwei Hausarztbefragungen von 2019 und 2025

Michael Pentzek - Universität Duisburg-Essen, Medizinische Fakultät, Gruppe Primärversorgungsforschung, Institut für Allgemeinmedizin, Essen, Deutschland
Nils Koitka - Universität Duisburg-Essen, Medizinische Fakultät, Gruppe Primärversorgungsforschung, Institut für Allgemeinmedizin, Essen, Deutschland
Susanne Löscher - Universität Duisburg-Essen, Medizinische Fakultät, Gruppe Primärversorgungsforschung, Institut für Allgemeinmedizin, Essen, Deutschland
Anette Graute - Universität Duisburg-Essen, Medizinische Fakultät, Gruppe Primärversorgungsforschung, Institut für Allgemeinmedizin, Essen, Deutschland
Verena Baumgart - Hochschule Bochum, Gesundheitscampus, Fachbereich Pflege-, Hebammen- und Therapiewissenschaften, Studienbereich Ergotherapie, Bochum, Deutschland

Text

Hintergrund: In den letzten Jahren hatten öffentliche Kampagnen (u.a. Nationale Demenzstrategie), die Einführung einer neuen diagnostischen Kategorie („MCI vom Alzheimer Typ“) und neurowissenschaftliche Veröffentlichungen zu Prävention, Früherkennung und Medikamenten das Potenzial, die öffentliche und fachliche Meinung zur Demenzfrüherkennung zu verändern.

Zielsetzung/Fragestellung: Gibt es Unterschiede zwischen 2019 vs. 2025 hinsichtlich a) der hausärztlichen Haltung zur Früherkennung von Demenzen und b) der berichteten Häufigkeit von Gedächtnis-Problemen?

Material & Methoden: Umfragen unter Hausärzt:innen: 2019: KBV-Zufallsauswahl (N=948); 2025: HAFO-Forschungspraxen (N=197); a) z-standardisierter Mittelwert aus elf Items (mit ansteigend annehmender Haltung zur Früherkennung), b) Summe aus drei 6-stufigen Items (mit ansteigender Häufigkeit der von Patient:innen, Angehörigen oder Praxispersonal berichteten Gedächtnis-Probleme). Multiple lineare Regressionen mit dem Befragungszeitpunkt als zentralem Prädiktor und Alter, Geschlecht sowie Beschäftigungsumfang der Hausärztin/des Hausarztes als Kontrollvariablen.

Ergebnisse: Rücklauf 2019=63%, 2025=52%. Es gab keine signifikanten und relevanten Effekte des Befragungszeitpunktes 2019 vs. 2025: a) kein unabhängiger Effekt auf die Haltung zur Früherkennung (β=0,068, p=0,065, Varianzaufklärung 0,46%). b) kein unabhängiger Effekt auf die berichtete Häufigkeit von Gedächtnis-Problemen (β=0,070, p=0,059, Varianzaufklärung 0,49%).

Diskussion: Es handelt sich um Umfragen in zwei Stichproben, nicht um eine Verlaufsbeobachtung innerhalb derselben Praxen. Der hohe Rücklauf in beiden Umfragen liefert dennoch robuste Schätzungen möglicher Veränderungen.

Take Home Message für die Praxis: Die öffentliche Diskussion und wissenschaftlichen Erkenntnisse der letzten Jahre gehen nicht mit Unterschieden in der hausärztlichen Haltung zur Demenzfrüherkennung und in der Häufigkeit berichteter Gedächtnis-Probleme in Hausarztpraxen zwischen 2019 und 2025 einher.

Interessenkonflikte: Keine