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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Entwicklung und Pilotierung einer digitalen diversitätssensiblen evidenzbasierten Gesundheitsinformationen (EBGI) zu „krebsbedingter Fatigue“ für Menschen mit Migrationsgeschichte

Lia Schilling - Universität Bremen, Abteilung Evaluations- und Implementierungsforschung in der Pflegewissenschaft, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Bremen, Deutschland
Julia Lauberger - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft, Deutschland
Heike Schmidt - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft, Deutschland; Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Ambulanz für Strahlentherapie, Halle (Saale), Deutschland
Jörg-Andreas Müller - Universitätsklinikum Halle (Saale), Universitätsklinik und Ambulanz für Strahlentherapie, Halle (Saale), Deutschland
Haifa Kathrin Al-Ali - Krukenberg-Krebszentrum, Universitätsklinikum, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland
Dirk Vordermark - Krukenberg-Krebszentrum, Universitätsklinikum, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland
Anke Steckelberg - Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Institut für Gesundheits-, Hebammen- und Pflegewissenschaft, Deutschland
Julia Lühnen - Charité – Universitätsmedizin Berlin, Corporate Member von Freier Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Klinische Pflegewissenschaft, Berlin, Deutschland
Birte Berger-Höger - Universität Bremen, Abteilung Evaluations- und Implementierungsforschung in der Pflegewissenschaft, Institut für Public Health und Pflegeforschung, Bremen, Deutschland

Text

Hintergrund: Menschen mit Migrationsgeschichte sind aufgrund ihrer Herkunft, sozioökonomischer Faktoren, kultureller und sprachlicher Barrieren sowie ihrer Bildungschancen häufig mehrfach benachteiligt. Adressat:innengerechte EBGI für onkologische Patient:innen können informierte Entscheidungen unterstützen.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist die Entwicklung und Pilotierung einer digitalen diversitätssensiblen Gesundheitsinformation für Menschen mit Migrationsgeschichte und einer Krebserkrankung am Beispiel krebsbedingten Fatigue in mehreren Sprachen.

Material & Methoden: Für die Entwicklung der EBGI wurden Informationsbedarfe von Menschen mit krebsbedingter Fatigue durch ein systematische Literaturrecherche in MEDLINE via Pubmed erhoben. Zudem wurde eine Recherche nach nicht verschreibungspflichtigen, selbst anwendbaren Maßnahmen in MEDLINE via Pubmed, Cochrane Library, Epistemonikos und OTseeker durchgeführt. Die Übersetzung der EBGI erfolgte durch Sprachmittler:innen und KI. Die EBGI wird hinsichtlich Verständlichkeit, Machbarkeit, Nutzbarkeit und Akzeptanz mit der Adressat:innengruppe in Think-Aloud Interviews pilotiert und iterativ angepasst. Bei Bedarf wird eine Sprachmittlung hinzugezogen. Die wörtlich transkribierten Interviews werden deskriptiv ausgewertet.

Ergebnisse: Auf Basis der Rechercheergebnisse wurde eine webbasierte Gesundheitsinformation auf Deutsch, Englisch, Ukrainisch und Vietnamesisch entwickelt. Im Fokus steht die Erklärung von Fatigue sowie die Darstellung von Möglichkeiten (Kraft- und Ausdauertraining, Yoga, progressiver Muskelentspannung, Achtsamkeitsübungen und Meditation). Für die Pilotierung der deutschen Version wurden fünf Think-Aloud Interviews durchgeführt. Alle Teilnehmenden hatten Deutsch nicht als Muttersprache (japanisch n=1, vietnamesisch n=1, russisch n=3). Befragte empfanden die Gesundheitsinformation als umfassend, verständlich und angemessen. Einzelne Elemente und Formulierungen wurden für eine bessere Verständlichkeit modifiziert. Weitere Interviews in den anderen Sprachen finden derzeit statt.

Diskussion: Die Pilotierung deutet auf eine gute Verständlichkeit und Relevanz der Inhalte hin. Gleichzeitig zeigen die Rückmeldungen, dass einfache Sprache und klare Struktur entscheidend sind.

Take Home Message für die Praxis: Adressat:innengerecht entwickelte, mehrsprachige Informationen sind zentral, um informierte Entscheidungen bei onkologischen Patient:innen mit Migrationsgeschichte zu unterstützen.

Interessenkonflikte: Keine