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Gesundheit gestalten

Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), Deutsche Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), Netzwerk Evidenzbasierte Medizin e.V. (EbM), Deutsche Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen

Meeting Abstract

Wirksamkeit von gruppenbasierter Tele-Physiotherapie und Tele-Ergotherapie: ein systematisches Review mit Nicht-Unterlegenheitsanalyse

Henriette Schulz - Institut für Evidenz in der Medizin, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland
Lea Gorenflo - Institut für Evidenz in der Medizin, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland
Lukas Horstmeier - Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung, Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland
Nicole Wimmesberger - Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung, Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland
Jörg Johannes Meerpohl - Institut für Evidenz in der Medizin, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland; Cochrane Deutschland, Cochrane Deutschland Stiftung, Deutschland
Sebastian Voigt-Radloff - Sektion Versorgungsforschung und Rehabilitationsforschung, Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland
Angelika Eisele-Metzger - Institut für Evidenz in der Medizin, Universitätsklinikum Freiburg, Medizinische Fakultät, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, Freiburg, Deutschland; Cochrane Deutschland, Cochrane Deutschland Stiftung, Deutschland

Text

Hintergrund: Gruppenbasierte digitale Angebote für die Physio- (PT) und Ergotherapie (ET) könnten niedrigschwellige Angebote, besonders für den ländlichen Raum, darstellen. Ob solche Angebote ähnlich wirksam sind wie Therapien in Präsenz ist bisher jedoch unklar.

Zielsetzung/Fragestellung: Ziel dieses systematischen Reviews ist die Untersuchung der Wirksamkeit und Nicht-Unterlegenheit gruppenbasierter Teletherapie in der PT und ET im Vergleich zu Tele-Einzeltherapie sowie zu Einzel- und Gruppentherapie im Präsenzformat.

Material & Methoden: Es wurde eine systematische Recherche in MEDLINE, Cochrane CENTRAL, CINAHL, PsycInfo, SportDiscus, PEDro, Google Scholar und der EBP Datenbank durchgeführt. ClinicalTrials.gov und die International Clinical Trials Registry Platform wurden nach Registereinträgen durchsucht. Eingeschlossen wurden randomisierte kontrollierte Studien zur Wirksamkeit gruppenbasierter Tele-PT oder Tele-ET im Vergleich zu Tele-Einzeltherapie und Einzel- oder Gruppenpräsenztherapie. Tele-Interventionen mussten synchron erfolgen und sich an Personen mit Diagnosen richten, für die PT oder ET indiziert sind. Es konnten hybride oder reine Tele-Interventionen sein. Relevante Outcomes waren Funktionsfähigkeit, Adhärenz, Patient:innenzufriedenheit und unerwünschte Ereignisse. Das Verzerrungsrisiko wurde mit dem Cochrane Risk of Bias Tool (RoB 2) bewertet.

Ergebnisse: Von 2923 identifizierten Publikationen wurden final neun Studien (11 Berichte) eingeschlossen. In den meisten Studien (n=7) wurde gruppenbasierte Tele-PT mit Gruppenpräsenztherapie verglichen, in einer Studie mit Einzelpräsenztherapie. Die Zielgruppen waren heterogen (z. B. Schlaganfall, Parkinson, chronische Herzinsuffizienz). Es wurden keine Studien zur Tele-ET oder zum Vergleich mit Tele-Einzeltherapie gefunden. Qualitätsbewertung, narrative Ergebnissynthese und Nicht-Unterlegenheitsanalyse sind aktuell im Gange. Auf dem Kongress werden die finalen Ergebnisse präsentiert.

Diskussion: Die Evidenz zur Wirksamkeit gruppenbasierter Tele-PT und Tele-ET ist begrenzt. Es besteht Forschungsbedarf, um identifizierte Evidenzlücken zu schließen. Vor allem im Bereich der Tele-ET fehlen aussagekräftige Studien.

Take Home Message für die Praxis: Die vorläufigen Ergebnisse deuten an, dass aufgrund der geringen Studienanzahl und heterogener Zielgruppen keine verlässlichen Aussagen zur Wirksamkeit und Nicht-Unterlegenheit von Tele-PT und Tele-ET möglich sind.

Interessenkonflikte: Die Autor:innen erklären, dass keine Interessenkonflikte bestehen.