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Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Praktikabilität von Hör-Screenings bei älteren Personen: eine Delphi-Befragung unter potenziellen Anwender:innen
Text
Hintergrund: Hörbeeinträchtigungen gelten als modifizierbare Risikofaktoren für Erkrankungen wie Demenz (Livingston et al., 2024) und kognitive Einschränkungen (Deal et al., 2019) und treten mit zunehmendem Alter vermehrt auf. Im Rahmen einer systematischen Literaturanalyse wurde festgestellt, dass es derzeit keine standardisierten Hör-Screenings für ältere Personen gibt, die flächendeckend eingesetzt werden. Die Mehrheit der in der Fachliteratur evaluierten Tools hat weder die Praktikabilität der Screenings im Pflege- und Behandlungsprozess noch die Anwendbarkeit an älteren Personen empirisch geprüft. Vor diesem Hintergrund sollten in einer Delphi-Befragung Attribute zur Steigerung der Praktikabilität von Hör-Screenings untersucht werden.
Zielsetzung/Fragestellung: Ziel ist es, potenzielle Anwender_innen (Healthcare Professionals) die Attribute von Hör-Screenings hinsichtlich der Praktikabilität in ihrem Arbeitsalltag evaluieren zu lassen.
Material & Methoden: Die Delphi-Befragung wurde mittels eines Online-Fragebogens über Sosci-Survey in zwei Runden durchgeführt. Nach der ersten Runde wurden die Ergebnisse deskriptiv ausgewertet und zur Reevaluation den Teilnehmenden vorgelegt, um einen möglichst breiten Konsens in der zweiten Runde zu erzielen.
Ergebnisse: Wenn ein Hör-Screening kurz, einfach, digital und/oder mobil einsetzbar ist, dann wird dieses als praktikabel wahrgenommen. Diese Ergebnisse konnten von Befragungsrunde eins zu zwei bestätigt werden (T1: n= 71; T2: n=36). Darüber hinaus steigern Selbsttests und die im Hör-Screening integrierte Funktion das Hörvermögen direkt zu messen die wahrgenommene Praktikabilität im Pflege- und Behandlungsalltag.
Diskussion: Die Ergebnisse unterstreichen, dass aus Anwender:innenperspektive objektivierte Messungen den Selbsteinschätzungen im Sinne der Praktikabilität vorzuziehen ist. Es wird deutlich, dass nicht nur Zeiteffizienz, sondern auch Niedrigschwelligkeit im Pflege- und Behandlungsalltag von Bedeutung sind. Im nächsten Schritt gilt es die Perspektive der Zielgruppe (ältere Personen) einzubeziehen. Hierbei sollen in Fokusgruppen die identifizierten Attribute zur Steigerung der Praktikabilität im Hinblick auf die Anwendbarkeit auf ältere Personen evaluiert werden.
Take Home Message für die Praxis: Für die Verwendung im Pflege- und Behandlungsalltag sollten altersgerechte Hör-Screenings möglichst kurz, einfach anzuwenden sowie digital oder mobil einsetzbar sein, um ihre Praktikabilität und damit die Wahrscheinlichkeit einer routinemäßigen Anwendung zu steigern.
Interessenkonflikte: Diese Studie wurde im Rahmen des Projektes „Data-Driven Health (DEAL)“ durchgeführt und durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur mit Mitteln aus dem Programm zukunft.niedersachsen der VolkswagenStiftung gefördert.
Es bestehen keine Interessenkonflikte.



