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- Erwartungen von Patientinnen mit unkompliziertem Harnwegsinfekt an das Konsultationsgespräch in der hausärztlichen Versorgung unter Berücksichtigung der Gesundheitskompetenz (EPHIK) – eine semiqualitative Analyse der ärztlichen Wahrnehmung
Gesundheit gestalten
30.09.2026-02.10.2026
Göttingen
Gesundheit gestalten
Erwartungen von Patientinnen mit unkompliziertem Harnwegsinfekt an das Konsultationsgespräch in der hausärztlichen Versorgung unter Berücksichtigung der Gesundheitskompetenz (EPHIK) – eine semiqualitative Analyse der ärztlichen Wahrnehmung
Text
Hintergrund: Unkomplizierte Harnwegsinfekte (uHWI) sind ein häufiges und facettenreiches Krankheitsbild. Patientinnen mit uHWI stellen sich mit unterschiedlichen Erwartungen an das Konsultationsgespräch vor. Gleichzeitig lassen sich Ärzt:innen durch zugeschriebene Erwartungen in ihren Therapieentscheidungen beeinflussen. Mögliche Einflüsse der Gesundheitskompetenz (GK) auf die Erwartungen von Patientinnen sind bisher wenig erforscht.
Zielsetzung/Fragestellung: Welche Erwartungen schreiben Hausärzt:innen ihren Patientinnen mit uHWI zu und unterscheiden sich die Gesprächsverläufe aus Sicht der Ärzt:innen abhängig von der GK der Patientinnen?
Material & Methoden: 15 Hausärzt:innen in Niedersachsen wurden zwischen August und Oktober 2025 leitfadengestützt interviewt. Der Leitfaden sowie ein Kurzfragebogen zu soziodemografischen Charakteristika der Ärzt:innen wurden eigens für die EPHIK-Studie entwickelt. Die anonymisierte Auswertung erfolgte nach Kuckartz. Die Ergebnisse beruhen auf subjektiven Einschätzungen ohne Einsatz validierter Instrumente.
Ergebnisse: Aus Sicht der Ärzt:innen erwarteten viele Patientinnen eine Antibiotikatherapie, der häufig entsprochen würde. Das Informationsbedürfnis der Patientinnen variiere je nach Alter und Vorerfahrung. Patientinnen mit hoher GK wurde ein größerer Diskussionsbedarf zugeschrieben. Die Ärzt:innen versuchten die GK anhand soziodemografischer und kognitiver Merkmale einzuordnen. Sprache, Inhalt und Zeitrahmen des Gesprächs würden teils an die GK angepasst werden.
Diskussion: Im Abgleich mit der Literatur zeigen sich teils Diskrepanzen zwischen den tatsächlichen und den zugeschriebenen therapeutischen Erwartungen der Patientinnen mit uHWI. Außerdem scheint das Informationsbedürfnis der Patientinnen eher unterschätzt zu werden und die Einschätzung der Gesundheitskompetenz schwierig zu sein. Eine Erhebung der tatsächlichen Patientinnenerwartungen unter Berücksichtigung der GK ist mit dem zweiten Teil der EPHIK-Studie bereits geplant.
Take Home Message für die Praxis: Die Integration kommunikativer Techniken zur Exploration patientinnenseitiger Erwartungen sowie zur gezielten Erhebung der GK könnte zur Reduzierung von Diskrepanzen zwischen zugeschriebenen und tatsächlichen Erwartungen bei uHWI führen. Weitere Forschung ist erforderlich.
Interessenkonflikte: Keine



