20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
Peer-Tutor*innen als Examinierende im Skills-OSCE des 3. Studienjahrs – Feedbackschulung für gelungene Lernmomente im formativen Setting
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Hintergrund: Klinische Untersuchungstechniken erfordern frühzeitig strukturierte Übungsmöglichkeiten in einer realitätsnahen Lernumgebung. Objektive Prüfungsformate wie das OSCE bieten hierfür eine verlässliche und kompetenzorientierte Grundlage.
Beschreibung des Kurskonzeptes: Der extracurriculare Skills-OSCE im 3. Studienjahr dient der strukturierten Standortbestimmung der klinischen Untersuchungskompetenzen und schafft zugleich einen Lernmoment innerhalb eines geschützten Rahmens. Die Veranstaltung ist als objektiviertes Prüfungsformat aufgebaut, bei dem Studierende an sechs Stationen standardisierte Aufgaben bearbeiten und ihre praktischen Fähigkeiten an Simulationspersonen demonstrieren. Jede Station fokussiert auf einen spezifischen Untersuchungsbereich. Die Themen pro Station lauten: Abdomenstatus, Lymphknoten- und Gefässstatus, kardiopulmonaler Status, neurologischer Status – Hirnnerven & Koordination sowie neurologischer Status – Gang/Stand, Kraft, Sensibilität und Reflexe. Die sechste Station widmet sich dem Anamnesegespräch.
Eine Besonderheit des Formats ist der Einbezug von Peer-Tutor*innen aus dem 6. Studienjahr als Examinierende. Diese absolvieren eine mehrstündige Schulung mit Fokus auf standardisierte Bewertungsraster und konstruktives Feedback. Mehrwert des Peer-Ansatzes: Aus Sicht der Studierenden senkt der Einsatz von Peertutor*innen die Hemmschwelle im Prüfungs- und Lernsetting. Peers werden häufig als weniger einschüchternd wahrgenommen als ärztliche Prüfende, was ein offeneres Annehmen von Feedback erleichtert. Gleichzeitig trägt das Format zur Entlastung des klinischen Lehrpersonals bei. Durch die gezielte Schulung der Peertutor*innen wird zudem eine konsistente, strukturierte und vergleichbare Bewertung sichergestellt.
Auch für die Peertutor*innen selbst ergibt sich ein deutlicher pädagogischer Mehrwert. Im Sinne von „Teaching is Learning Twice“ führt das Anleiten und Beurteilen jüngerer Studierender zur Vertiefung eigener Kenntnisse. Die Evaluationskriterien werden internalisiert, wodurch eine klarere Vorstellung guter klinischer Praxis entsteht. Dies wirkt sich positiv auf die eigene OSCE-Performance und die Vorbereitung auf das Staatsexamen aus.
Schlussfolgerung: Der Skills-OSCE fördert eine realitätsnahe, reflexionsorientierte und kompetenzbasierte Ausbildung. Er stärkt Untersuchungs- und Kommunikationskompetenzen, schafft einen integrativen Lern- und Prüfungsraum und generiert sowohl für Teilnehmende als auch für Peertutor*innen einen nachhaltigen Lerngewinn.
Evaluation und Ausblick: An der Universität Zürich wird der Skills-OSCE im März 2026 zum vierten Mal für insgesamt 96 Studierende zusammen mit 24 Peertutor*innen und 18 Simulationspersonen durchgeführt. Evaluationen zeigen eine hohe Akzeptanz; eine curriculare Verankerung wird befürwortet und derzeit geprüft. Als zentrale Herausforderung für den Roll-Out gilt der große Bedarf an Peertutor*innen (ca. 70-80 Personen) sowie deren erfolgreiche Rekrutierung.
Interessenkonflikte: Die Autor*innen erklären, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.



