20. Internationales SkillsLab Symposium 2026
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Medizindidaktik zwischen Anspruch und Wirklichkeit – ein Erfahrungsaustausch am Beispiel eines OSCE-Prüfenden-Trainings
Text
Hintergrund: In der Medizindidaktik erheben Lehrkonzepte oftmals den Anspruch, aufgrund ihrer theoretischen Fundierung und der evidenzbasierten Wirksamkeit, effektiv und nachhaltig zu sein. In der praktischen Umsetzung zeigen sich jedoch Stolpersteine. In diesem Beitrag sollen anhand eines Beispiels diese Stolpersteine und mögliche Lösungen dargestellt werden.
Beschreibung des Projekts oder Konzepts: An der Medizinischen Fakultät Mannheim wurde das Mannheimer Training für OSCE-Prüfende (Ma-TOP) entwickelt. Dieses Blended-Learning-Konzept, bestehend aus Online-Training, Präsenz- und stationsspezifischer Schulung sowie Hospitation qualifiziert OSCE-Prüfende und ist seit 2014 Voraussetzung für ihre Tätigkeit an der Fakultät. Das Ma-TOP ist didaktisch fundiert und beruht auf der Theorie des handlungsorientierten Lernens. Die Lernelemente des Konzepts zeichnen sich durch Anknüpfung an Vorwissen, Praxisnähe, Selbsttätigkeit, Erfahrungslernen sowie Feedbackprozesse aus [1], [2]. Die Wirksamkeit des Konzepts wurde in einer Studie belegt [3]. Eine Übertragbarkeit des Konzepts auf andere Standorte ist gegeben.
Evaluation: Im Sinne eines kontinuierlichen Qualitätssicherungsprozesses wird die Umsetzung des Ma-TOP regelmäßig analysiert. Trotz seiner Wirksamkeit zeigten sich in der praktischen Umsetzung Herausforderungen, wie z. B. Zugänglichkeit zum Online-Training, unterschiedliche Voraussetzungen und Motivation der Lernenden sowie Transferprobleme bei der 1:1-Übertragung des Konzepts auf andere Standorte. Um die Herausforderungen anzugehen wurden die didaktischen Kernziele definiert und im Austausch zwischen Konzeption und Umsetzung alternative Lösungen gesucht, welche die Ziele ebenfalls erreichen lassen.
Schlussfolgerung: Das Fokussieren auf didaktische Kernziele einzelner Elemente eines didaktischen Konzepts ist ein zentraler Ansatz bei der Sicherung der Praxistauglichkeit. Darauf aufbauend erfolgt die Analyse, inwiefern einzelne Ziele auf alternativen Wegen erreicht werden können, ohne die Wirksamkeit des Konzeptes zu beeinträchtigen.
Ausblick: Die im Rahmen des beschriebenen Praxisprojekts gewonnenen Erkenntnisse erscheinen übertragbar auf andere evidenzbasierte (medizin-)didaktische Formate. Bei der Umsetzung von Lehr- bzw. Prüfungsformaten gilt es kritisch zu prüfen, ob die Funktionsweise auch am eigenen Standort gegeben ist.
Interessenkonflikte: Die Autorinnen erklären, dass sie keine Interessenkonflikte in Zusammenhang mit diesem Artikel haben.
Literatur
[1] Nühse K, Braun B, Kaden J, Peters Y, Schüttpelz-Brauns K. Das Mannheimer Training für OSCE-Prüfer – Entwicklung eines Blended Learning Konzepts. In: Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA). Hamburg, 25.-27.09.2014. Düsseldorf: German Medical Science GMS Publishing House; 2014. DocV321. DOI: 10.3205/14gma271[2] Nühse K, Schüttpelz-Brauns K, Pieper M, Homberg A, Strohmer R, Kaden J. Mannheimer Training für OSCE-Prüfende. Manual. 1. Auflage, 2021. Mannheim: Med. Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, Abteilung Med. Ausbildungsforschung, GB Studium und Lehre; 2021. Zugänglich unter/available from: https://www.merlin-bw.de/fileadmin/eigene_dateien/navigation/produkte/lehrende/mannheimer-training-fuer-osce-pruefer/Training-fuer-OSCE-Pruefung-2021_3.pdf
[3] Schüttpelz-Brauns K, Nühse K, Strohmer R, Kaden JJ. Training OSCE-examiners: Minimal effort with far-reaching results. Med Educ. 2019;53(11):1153-1154. DOI: 10.1111/medu.13970



