Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026
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Unilaterale und bilaterale Hypoglossusstimulation bei obstruktiver Schlafapnoe – erste klinische Ergebnisse aus der Abteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde des Universitätsklinikums Münster
Text
Einleitung: Die Stimulation des Nervus hypoglossus durch einen unilateralen oder bilateralen Hypoglossusschrittmacher ist eine etablierte Letztlinien-Therapieoption für Patienten mit obstruktiver Schlafapnoe. Die vorliegende Analyse stellt die ersten klinischen sowie polysomnographischen Daten nach Implantation eines Hypoglossusstimulators an der HNO-Klinik des Universitätsklinikums Münster dar.
Material und Methoden: In den Jahren 2023 bis 2025 wurde bei 46 Patienten mit OSAS ein unilateraler oder bilateraler Hypoglossusstimulator implantiert. Vollständige poly(somno)graphische Daten lagen bei 14 dieser Patienten zum jetzigen Zeitpunkt vor und nach der Implantation vor. Analysiert wurde der Apopnoe-Hypopnoe-Index (AHI) vor und nach der Implantation sowie demografische Basisdaten. Zur Prüfung der Differenz der prä- und postoperativen AHI-Werte wurde der Wilcoxon Test für verbundene Stichproben verwendet.
Ergebnisse: Unter den 14 ausgewerteten Patienten waren 5 Frauen und 9 Männer im Alter zwischen 49 und 67 Jahren. Der mittlere AHI-Wert lag präoperativ bei 32,3/h (95 %-KI: 27,1–37,5) und postoperativ bei 18,3/h (95 %-KI: 12,8–23,7). Der durchgeführte Wilcoxon Test ergab einen p-Wert von 0,003 und damit eine statistisch signifikante Reduktion des AHI nach Implantation eines Hypoglossusstimulators.
Diskussion: Die bisherigen, vorläufigen Resultate zeigen eine Abnahme der AHI-Werte nach Implantation eines Hypoglossusstimulators. Derzeit werden ergänzend Fragebögen zur Schlafqualität (PSQI) sowie zur Tagesschläfrigkeit (ESS) unter laufender Therapie mit einem Hypoglossusstimulator ausgewertet mit dem Ziel einer noch umfassenderen Therapiebeurteilung. Vorgesehen ist zudem eine Erweiterung der Patientenkohorte sowie längere Verlaufsbeobachtungen.



