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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Eine Untersuchung der Auswirkungen der Ergebnisse der HODOKORT-Studie auf die Therapiekonzepte von niedergelassenen HNO-Ärzt*innen im Raum Südwestfalen

Franziska Bosse - Klinik für Hals- Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- u. Hals-Chirurgie, Lehrkrankenhaus der Universität Witten/ Herdecke, Katholisches Krankenhaus Hagen, Hagen, Deutschland
Simon Bohmann - Klinik für Hals- Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- u. Hals-Chirurgie, Lehrkrankenhaus der Universität Witten/ Herdecke, Katholisches Krankenhaus Hagen, Hagen, Deutschland
Annika Gebel - Klinik für Hals- Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- u. Hals-Chirurgie, Lehrkrankenhaus der Universität Witten/ Herdecke, Katholisches Krankenhaus Hagen, Hagen, Deutschland
Natalja Bolotina - Klinik für Hals- Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- u. Hals-Chirurgie, Lehrkrankenhaus der Universität Witten/ Herdecke, Katholisches Krankenhaus Hagen, Hagen, Deutschland
Simona Cantemir - Klinik für Hals- Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- u. Hals-Chirurgie, Lehrkrankenhaus der Universität Witten/ Herdecke, Katholisches Krankenhaus Hagen, Hagen, Deutschland
Jonas J.-H. Park - Klinik für Hals- Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- u. Hals-Chirurgie, Lehrkrankenhaus der Universität Witten/ Herdecke, Katholisches Krankenhaus Hagen, Hagen, Deutschland

Text

Einleitung: Die Behandlung des Hörsturzes mit Kortikosteroiden ist der aktuelle Goldstandard. Dennoch gibt es eine Vielzahl an Dosierungsschemata mit unterschiedlichen Applikationswegen und Therapiedauern, ohne dass es eine klare Empfehlung gibt, wann welche Therapieform gewählt werden sollte. In der HODOKORT-Studie zeigte sich insgesamt kein statistisch signifikanter Vorteil von Hochdosis-Kortikoidtherapien gegenüber einem niedriger-dosierten oralen Schema. Allerdings traten in den Hochdosisgruppen mehr Nebenwirkungen auf.

In der Klinik beobachten wir, dass weiterhin viele Patient*innen zu Hochdosis-i.v.-Kortison-Therapien oder auch intratympanalen Kortison-Therapien eingewiesen werden.

Ziel dieses Projekts war es mittels eines standardisierten Fragebogens den Einfluss der aktuellen Forschungsergebnisse auf die Hörsturztherapie im niedergelassenen Bereich zu evaluieren.

Methoden: Es erfolgte eine Datenerhebung mittels standardisiertem Fragebogen im Raum Südwestfalen.

Der Fragebogen umfasst drei Eingangsfragen sowie jeweils 14 Fragen, die sich auf den Therapiealgorithmus vor Veröffentlichung der Ergebnisse der HODOKORT-Studie 2023 und die Zeit danach beziehen. 35 niedergelassene HNO-Ärzt*innen aus dem Raum Südwestfalen füllten den Fragebogen anonym aus.

Ergebnisse: 57% (20) der Teilnehmenden gaben an ihren Therapiealgorithmus nach Veröffentlichung der Ergebnisse der HODOKORT-Studie 2023 angepasst zu haben. Im Schnitt verordneten die Teilnehmenden HNO-Ärzt*innen vor Veröffentlichung der Studie circa 371 mg Prednisolon als orales Schema als Gesamtdosis über mehrere Tage verteilt, während nach der Veröffentlichung der Ergebnisse nur noch circa 341 mg als Gesamtdosis verordnet wurde. Hierbei ergab sich kein signifikanter Unterschied. Vor der Veröffentlichung wurden circa 8,9% der Probanden und nach der Veröffentlichung 7,0% der Patient*innen zur i.v.-Kortisontherapie in die Klinik eingewiesen. Hierbei zeigte sich ebenfalls keine signifikante Veränderung.

Diskussion: Diese Datenerhebung zeigt, dass die beschriebene Studie wenig Einfluss auf den Therapiealgorithmus der niedergelassenen HNO-Ärzt*innen bezüglich der Hörsturztherapie hat. Jedoch zeigte sich, dass bereits vor der Veröffentlichung der Studienergebnisse eher niedrigere Kortison-Dosierungen für die orale Therapie verwendet wurden. So lag die Gesamtdosis mit 371 mg Prednisolon im Mittel sogar unter dem in der HODOKORT-Studie verwendeten oralen Schema (insgesamt 440 mg Prednisolon auf 10 Tage verteilt). Ebenso wurde auch bereits vor der Veröffentlichung der Ergebnisse nur ein geringer Anteil der Patient*innen zur intravenösen Kortisontherapie in die Klinik eingewiesen.