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Jahrestagung der Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte 2026

Vereinigung Westdeutscher Hals-Nasen-Ohren-Ärzte
27.-28.02.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Reduktion implantatbedingter Artefakte von Nyxoah-Hypoglossus-Stimulatoren im neu entwickelten dental-dedicated 0,55-T-MRT (ddMRI) im Vergleich zu 1,5-T-Systemen

Ákos Bicsák - Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Klinikum Dortmund, Dortmund, Deutschland
Stefan Haßfeld - Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Klinikum Dortmund, Dortmund, Deutschland
Lukas Stopa - Klinik für HNO-Heilkunde, Klinikum Dortmund, Dortmund, Deutschland
Claus Wittekindt - Klinik für HNO-Heilkunde, Klinikum Dortmund, Dortmund, Deutschland
Lars Bonitz - Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, Klinikum Dortmund, Dortmund, Deutschland

Text

Einleitung: Implantierbare Hypoglossus-Stimulatoren (Nyxoah) sind ein etabliertes Therapieprinzip bei der obstruktiven Schlafapnoe (OSA). Metallinduzierte Suszeptibilitätsartefakte limitieren jedoch die Beurteilbarkeit der oberen Atemwege in der MRT. Ziel dieser Studie war der Vergleich der Artefaktgröße eines dental-dedicated 0,55-T-MRT (ddMRI) mit der eines konventionellen 1,5-T-Systems.

Methoden: In einem standardisierten Protokoll wurden Nyxoah-Implantate sowohl in vitro (Phantommessungen) als auch in vivo bei OSA-Patienten an beiden Feldstärken untersucht. Es kamen identische Sequenzfamilien mit angepassten Parametern zum Einsatz. Die Steuerung am 0,55-T-ddMRI erfolgte weitgehend Autopilot-gestützt. Die Artefaktgröße wurde anhand der maximalen räumlichen Ausdehnung und der Fläche im Bereich des Stimulators quantifiziert; zusätzlich wurde die Visualisierbarkeit der pharyngealen Atemwege und umliegender Strukturen durch zwei erfahrene HNO-/MKG-Chirurgen beurteilt. Ergänzend wurden Messzeiten und Workflow-Parameter erhoben, um die Alltagstauglichkeit beider Systeme zu vergleichen.

Ergebnisse: Die mittlere Artefaktgröße der Nyxoah-Implantate war am 0,55-T-ddMRI um 17 % geringer als am 1,5-T-System. Die obere Atemwegsgeometrie (Velopharynx, Oropharynx, Zungengrund) war in den 0,55-T-Aufnahmen deutlich besser beurteilbar, ohne relevante Einbußen der Bildauflösung. Kurze Akquisitionszeiten und der Autopilot-Workflow erleichterten zudem die Integration in die Routinediagnostik des interdisziplinären Schlafzentrums sowie die Korrelation mit polysomnographischen Parametern und interventionellen Therapiekonzepten.

Diskussion: Das 0,55-T-ddMRI reduziert implantatbedingte Artefakte von Nyxoah-Hypoglossus-Stimulatoren signifikant und verbessert zugleich die Visualisierbarkeit und die vermessungstaugliche Darstellung der oberen Atemwege. Damit eröffnet die Niedrigfeld-MRT neue Möglichkeiten für strahlenfreie, implantatverträgliche Bildgebung, funktionelle Atemwegsvermessung und personalisierte Therapieplanung bei OSA-Patienten mit Hypoglossus-Stimulation. Künftige Studien sollen prüfen, inwieweit ddMRI-basierte Messparameter mit Therapieansprechen, Langzeitergebnissen und gerätebezogenen Sicherheitsaspekten korrelieren.