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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Retrospektive Analyse der Two-Bite-Technik zur Gastritisdiagnostik

E. Di Cara - Knappschaft Kliniken Bottrop GmbH, Gastroenterologie, Hepatologie, Endoskopie und Onkologie, Bottrop, Deutschland
M. Bouzo - Knappschaft Kliniken Bottrop GmbH, Gastroenterologie, Hepatologie, Endoskopie und Onkologie, Bottrop, Deutschland
T. Brechmann - Knappschaft Kliniken Bottrop GmbH, Gastroenterologie, Hepatologie, Endoskopie und Onkologie, Bottrop, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Die „two-bite“-Technik (TBT) ermöglicht die Entnahme zweier Biopsien mit nur einem Einführen der Zange. Die TBT gilt als zeiteffizient, allerdings besteht das Risiko eines Verlustes der zuerst gefassten Gewebeprobe. Eine daraus resultierende Diskrepanz zwischen intendierter und tatsächlich histopathologisch analysierter Probenanzahl kann die leitliniengerechte Gastritisdiagnostik kompromittieren. Evaluation der Probenvollständigkeit im Sinne der Leitlinienempfehlungen bei der Gastritisdiagnostik im Hinblick auf zwei unterschiedliche Biopsiezangen (Zange mit vs. ohne Dorn).

Methode: Retrospektive Kohortenanalyse konsekutiver Patienten, bei denen zwischen Juli 2023 und Februar 2025 eine Ösophagogastroduodenoskopie mit Probenentnahme spezifisch zur Gastritisdiagnostik in TBT vorgenommen worden war. Insgesamt wurden 387 Untersuchungen eingeschlossen (Zange ohne Dorn (ZOD): n = 179 (46,3%), Zange mit Dorn (ZMD): n = 208 (53,7%)). Analysiert wurden die mittlere Anzahl der histologisch eingegangenen Biopsien (inklusive 95%-Konfidenzintervall) sowie die Erfüllung des Gastritisstandards (je zwei Proben aus Antrum und Corpus) als absolute und anteilige Angaben. Gruppenvergleiche erfolgten mittels paarweisem t-Test bzw. Chi-Quadrat-Test.

Ergebnis: ZMD-Patienten waren älter (70,7 (66,69–71,23) vs. 63,4 (60,81–65,93) Jahre; p < 0,001), die Geschlechtsverteilung war vergleichbar (ZOD = 59,2% vs. ZMD = 54,8%; p = 0,382). Im Antrum zeigte sich kein signifikanter Unterschied der analysierten Proben (ZMD = 1,7 vs. ZOD = 1,8; p = 0,304). Im Corpus lag die Probenzahl unter Verwendung der Dorn-Zange höher (ZMD = 1,9 vs. ZOD = 1,7; p = 0,006). Die Gesamtzahl analysierter Biopsien unterschied sich nicht (jeweils 3,6; p = 0,651). Die Erfüllung des Gastritisstandards war im Corpus signifikant höher (79,8% vs. 64,2%; p < 0,001), jedoch weder im Antrum noch insgesamt signifikant unterschiedlich (57,2% vs. 52,0%; p = 0,300).

Zusammenfassung: Der Einsatz einer Biopsiezange mit Dorn führt zu einer partiellen Verbesserung der Probenqualität im Corpus, bewirkt jedoch keine ausreichende Erfüllung der Leitlinienempfehlung zur Gastritisdiagnostik. Trotz technischer Optimierung erreicht die TBT den geforderten Standard lediglich bei etwa der Hälfte der Untersuchungen. Auf Grundlage dieser Ergebnisse erscheint es jedoch sinnvoll, die TBT mit einer Dornzange durchzuführen, da zumindest eine signifikante Verbesserung im Corpus erreicht wird. Weitere Studien sind erforderlich, um die Biopsiequalität zu verbessern.