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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

In Vitro Charakterisierung von Cuproptose am Modell primärer PDAC-Zelllinien und Organoidmodelle

M. Konieczny - St. Josef-Hospital, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland
B. Majchrzak-Stiller - St. Josef-Hospital, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland
W. Uhl - St. Josef-Hospital, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland
P. Höhn - St. Josef-Hospital, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Bochum, Deutschland
C. Braumann - EvK Herne, Ruhr-Universität Bochum, Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Herne, Deutschland
J. Karges - Ruhr-Universität Bochum, AG Medizinische Anorganische Chemie, Anorganische Chemie I - Bioanorganik, Fakultät für Chemie und Biochemie, Bochum, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Das duktale pankreatische Adenokarzinom (PDAC) gehört als invasive pankreatische epitheliale Neoplasie mit glandulärer duktaler Differenzierung zu einer der vier häufigsten mit Krebs assoziierten Todesfälle weltweit. Nur eine vollständige Resektion stellt eine potenziell kurative Behandlung dar. In der Leitlinie finden sich Zytostatika, wie FOLFIRINOX oder Gemcitabin mit nab-paclitaxel, welche jedoch mit einem unzureichend klinischen Ergebnis und meist starken Nebenwirkungen und Resistenzentwicklungen einhergehen. Ein neuer vielversprechender Mechanismus für Behandlungen ist die Cuproptose, bei der ein programmierter Zelltod durch Kupfer induziert wird. Das Grundprinzip beruht dabei auf Kupferkomplexe, welche in den Mitochondrien akkumulieren. Hier binden die Kupferionen selektiv an lipoylierte Proteine des mitochondrialen Pyruvat-Dehydrogenase-Komplexes, was schließlich zu einer Aggregation der Proteine führt. Diese Disruption von Eisen-Schwefel-Cluster Proteinen löst letztendlich toxischen Stress in den Zellen aus und führt zum Zelltod. Das neueste Beispiel für eine solche innovative Kupfersubstanz ist das [Cu((2-Hydroxy-3-tert-butyl-5-methoxybenzyl)bis(2-pyridylmethyl)amine)][NO3] [1]. Diese wurde bereits an etablierten Krebszellen getestet. Das Ziel dieser Studie war es nun diesen Cu (II)-Komplex erstmalig an primären Zell- und patientenabgeleiteten -Organoid-Modellen zu analysieren. Die Verwendung dieser Modelle ist besonders sinnvoll, da diese die Tumormikroumgebung realistischer nachbilden im Vergleich zu primären Zelllinien und somit biologisch relevantere Ergebnisse ermöglichen.

Methode: Die Effekte wurden mittels unterschiedlicher Methoden (MTT, CytoTox-GlowTM, BrdU, Scratch) charakterisiert, um zu testen, welchen Einfluss der Cu (II)-Komplex auf die Viabilität, die Proliferation und das Migrationsverhalten der Zellen hat. Ein direkter Vergleich mit dem bereits etablierten Zytostatikum Oxaliplatin dient der Interpretation und realistischen Einschätzung dieser Daten.

Ergebnis: Erste Ergebnisse zeigen bereits, dass der Cu (II)-Komplex im Vergleich zum Oxaliplatin bereits in geringeren Konzentrationen weitaus effektiver erscheint.

Zusammenfassung: Das duktale Pankreaskarzinom (PDAC) weist eine hohe Therapieresistenz auf. Ein Cu (II)-Komplex induziert selektiv Cuproptose und zeigt an patientenabgeleiteten Modellen eine effektivere zytotoxische Wirksamkeit im Vergleich zu Oxaliplatin.


References

[1] Zimmermann R, Montesdeoca N, Karges J. Induction of Cuproptosis with a Highly Cytotoxic Tripodal Cu(II) Complex for Anticancer Therapy. J Med Chem. 2025 Jun 12;68(11):12258-71. DOI: 10.1021/acs.jmedchem.5c01124