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Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie


18.-19.06.2026
Dortmund

Meeting Abstract

Vollautomatische Körper- und Organzusammensetzung in der Prognose kolorektaler Lebermetastasen

A. Sacu - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-/Viszeral-/Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
M. Holtkamp - Universitätsklinikum Essen, Institut für Radiologie, Essen, Deutschland
S. A. Lang - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-/Viszeral-/Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
U. Neumann - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-/Viszeral-/Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
T. F. Ulmer - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-/Viszeral-/Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
A. Oezcelik - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-/Viszeral-/Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
J. Bednarsch - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-/Viszeral-/Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
J. Haubold - Universitätsklinikum Essen, Institut für Radiologie, Essen, Deutschland
S. Schmitz - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-/Viszeral-/Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland
M. A. Reschke - Universitätsklinikum Essen, Klinik für Allgemein-/Viszeral-/Gefäß- und Transplantationschirurgie, Essen, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziel: Die Körperzusammensetzung (body composition), insbesondere Sarcopenie hat in der Tumorforschung an Bedeutung gewonnen und wird mit schlechteren Überleben und erhöhter Morbidität nach Operationen in Verbindung gebracht. Computertomographie (CT)-basierte Messungen, wie der Skeletal Muscle Index am L3-Niveau, sind weit verbreitet. Neue, vollautomatische Algorithmen zur dreidimensionalen Analyse der body composition aus CT-Bildern ermöglichen eine detailliertere Untersuchung. Ziel der Arbeit war es, den prognostischen Wert dieser automatisierten Analyse der body composition bei Patienten mit kolorektalen Lebermetastasen (CRLM) zu bewerten.

Methode: In dieser retrospektiven Studie analysierten wir Patienten, die zwischen 2019 und 2024 eine Leberresektion (einschließlich Re-Resektionen) aufgrund CRLM erhielten. Daraus wurden Indizes bestimmt, die aus der vollständig volumetrischen Analyse der body composition basierend auf CT-Bildgebung abgeleitet wurden. Folgende Indizes wurden bestimmt: Sarcopenia Index (SI = Muskelvolumen [mL] / Knochenvolumen [mL]), Fat Index (FI = Gesamtes Adipositasgewebe [mL] / Knochenvolumen [mL]), Myosteatotic Fat Index (MFI = Intra- und intermuskuläres Adipositasgewebe [mL] / Gesamtes Adipositasgewebe [mL]) und Abdominal Fat Index (AFI = Viszerales Adipositasgewebe [mL] / Subkutanes Adipositasgewebe [mL]).

Ergebnis: Insgesamt wurden 155 Patienten mit verfügbaren Bildgebungsdaten eingeschlossen. Im Vergleich zu Männern waren Frauen eher sarkopen und hatten weniger abdominales Fett. Die Fünf-Jahres-Gesamtüberlebensrate betrug 40%. Sarcopenie hatte keinen Einfluss auf das Gesamtüberleben. Das Vorliegen einer Sarkopenie und einer Myosteatose war mit einem längeren Krankenhausaufenthalt (Sarkopenie: 13 vs. 16 Tage; Myosteatose 13 vs. 14 Tage; p<0,05) sowie einer höheren Komplikationsrate vergesellschaftet (Sarkopenie: CCI Score 9,7 vs. 17,6; Myosteatose Komplikationen >CD3a 11,1 vs. 24,4%; jeweils p<0,05). In der multivariaten Regressionsanalyse hatten die Indizes keinen Einfluss auf das Gesamtüberleben. Hier waren R1-Status (OR 2,6; KI 1,4-5; p<0,05) und Metastasengröße (OR 1,1; KI 1-1,2; p<0,05) entscheidender.

Zusammenfassung: Sarkopenie sowie Myosteatose haben Einfluss auf die perioperative Morbidität, jedoch keinen Einfluss auf das Überleben nach Resektion kolorektaler Lebermetastasen. Für das Gesamtüberleben sind Tumorcharakteristika bedeutender. Die präoperative Bestimmung der body composition könnte dennoch als Instrument zur Risikostratifizierung dienen.