Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Bipolare endoskopische Vollwandresektion eines gastralen GIST als Exposed-EFTR – ein Fallbericht
Text
Hintergrund und Ziel: GIST stellen im Magen die häufigste mesenchymale Neoplasie, in der Regel der Muscularis propria, dar. Neben der laparoskopischen Resektion größerer Läsionen ist die endoskopische Vollwandresektion ein minimal invasives Verfahren, welches spätere funktionelle Beeinträchtigungen minimieren kann. Bipolare endoskopische Devices wie das Speedboat UltraSlim (Fa. CreoMedical; [1]) können potentiell durch Abgabe geringerer thermischer Energie Gewebsschäden weiter minimieren.
Methode: Fallbericht.
Ergebnis: Eine 82-jährige Patientin stellte sich zur Abklärung einer submukösen Raumforderung im Magencorpus vor. In der Erstuntersuchung zeigte sich endosonographisch eine echoarme Läsion von 6x9 mm in der 4. echoarmen Schicht, in der EUS-FNA vereinbar mit einem GIST (PAP III). In der vereinbarten Kontrolle nach 1 Jahr zeigte diese einen Größenprogress auf 9x14 mm. Aufgrund der Lage an der kleinen Kurvatur auf einer Faltenkuppe planten wir eine endoskopische Vollwandresektion. Die Läsion wurde mit dem UltraSlim SpeedBoat Katheter zirkulär markiert, unterspritzt und zirkulär inzidiert. Ein Gegenzug wurde mittels Halteclip zur großen Kurvatur erzeugt. Zunächst erfolgte die Dissektion der Submucosa, dann die transmurale Präparation der Zielläsion. Eine Blutstillung erfolgte über Mikrowellenkoagulation. Die Inzision wurde mittels OTSC und 16 mm Clips verschlossen, das Resektat geborgen. Histologisch konnte im 3 cm Resektat ein 17 mm GIST mit 1 Mitose / 50 HPF gesichert werden, mit einem Metastasierungsrisiko von 0%. Der weitere Verlauf war unauffällig.
Zusammenfassung: Die endoskopische Vollwandresektion ermöglicht eine sichere Abtragung subepithelialer Läsionen. Ist bei FTR-Devices die Resektatgröße limitiert, können in Freihand-Technik (Exposed-EFTR) auch grössere Läsionen (-3,5 cm) reseziert werden [2]. Entscheidend ist ein sicherer Wandverschluss. Die bipolare Resektion, adaptive Energieabgabe und Blutstillung mittels Mikrowellenkoagulation macht einen Devicewechsel entbehrlich und kann thermische Schäden im Gewebe reduzieren. Insbesondere eine kapselschonende Tumor-Resektion in No-touch Technik ist durch das speziell isolierte Katheterdesign sicher möglich.
References
[1] Nabi Z, Reddy N. New Kid on the Block: "Speedboat". J Dig Endosc. 2022;13(2):89-95. DOI: 10.1055/s-0042-1749335[2] Granata A, Martino A, Amata M, Ligresti D, Traina M. Gastrointestinal exposed endoscopic full-thickness resection in the era of endoscopic suturing: a retrospective single-center case series. Wideochir Inne Tech Maloinwazyjne. 2021 Jun;16(2):321-8. DOI: 10.5114/wiitm.2021.104496



