Viszeralmedizin NRW 2026. 192. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 34. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie
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Evaluation des Amber-Red-Color Imaging (ACI) zur Gefäßvisualisierung und Identifikation intraprozeduraler Blutungen bei der Third-Space Endoskopie
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Hintergrund und Ziel: Intraprozedurale Blutungen (IPB) stellen eine wesentliche Herausforderung in der Third-Space-Endoskopie (TSE) dar, da sie die Prozedurdauer verlängern, die Sicht beeinträchtigen und den klinischen Verlauf negativ beeinflussen können. Amber-Red Colour Imaging (ACI) ist eine neuartige Bildgebung, die durch verbesserte Darstellung von Gefäßen und Blutungsquellen die Sicherheit und Effizienz von TSE-Eingriffen erhöhen soll. Ziel dieser Studie war die Evaluation der Inzidenz schwerer IPB sowie der Häufigkeit prophylaktischer Gefäßkoagulationen unter Anwendung des ACI-Modus.
Methode: In einer monozentrischen, videobasierten Analyse wurden zwischen Februar und Oktober 2025 TSE-Eingriffe (ESD, POEM, G-POEM) unter kontinuierlicher Nutzung von ACI ausgewertet. Primärer Endpunkt war die Häufigkeit und Dauer schwerer IPB, definiert als Blutungen mit multimodaler Hämostase, >1 Minute Dauer oder vollständiger Sichtbehinderung („red-out“). Zusätzlich wurden prophylaktische Gefäßkoagulationen – die Koagulation sichtbarer Gefäße vor der Dissektion – sowie postinterventionelle Komplikationen analysiert.
Ergebnis: Zehn TSE-Eingriffe (4 ESD, 3 POEM, 3 G-POEM) wurden eingeschlossen. Die mediane Interventionsdauer betrug 79,5 (43–171) Minuten, die mediane Läsionsgröße bei ESD 50 mm (41–97). Fünf schwere IPB traten ausschließlich bei ESD auf (1 Magen, 1 Ösophagus, 3 Rektum). Die mittlere Dauer bis zur erfolgreichen Hämostase betrug 47,8 ± 53,6 Sekunden. Insgesamt wurden 41 prophylaktische Gefäßkoagulationen durchgeführt (5,3 pro Eingriff) mit einer Erfolgsrate von 90,2% und einer mittleren Dauer von 39,3 ± 39,5 Sekunden. Postinterventionelle Komplikationen traten nicht auf.
Zusammenfassung: Unter Anwendung von ACI zeigte sich eine geringe Inzidenz intraprozeduraler Blutungen, möglicherweise bedingt durch die hohe Rate erfolgreicher prophylaktischer Gefäßkoagulationen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass ACI zur Verbesserung der intraoperativen Sicherheit beitragen kann. Prospektive multizentrische Studien sind erforderlich, um den klinischen Nutzen dieser Technologie gegenüber der Standard-Weißlichtendoskopie zu bestätigen.



