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Viszeralmedizin NRW 2025. 191. Jahrestagung der Niederrheinisch-Westfälischen Gesellschaft für Chirurgie, 33. Jahrestagung der Gesellschaft für Gastroenterologie in Nordrhein-Westfalen


12.-13.06.2025
Essen

Meeting Abstract

MELD 3.0 im Vergleich zu anderen Scores als Prädiktor der Mortalität bei Patienten nach Anlage eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts – eine retrospektive multizentrische Studie

Nancy Farouk - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Dominik Bettinger - Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, Deutschland
Johannes Chang - Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Roman Kloeckner - Universitätsklinikum Mainz, Mainz, Deutschland
Nancy Farouk - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Ahmad Shikh Mousa - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Silvia Letmathe - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Feras Sanoubara - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Juliana Gödiker - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Jörn Arne Meier - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Zeyu Wang - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Karel Caca - Klinikum Ludwigsburg, Ludwigsburg, Deutschland
Hauke Heinzow - Krankenhaus Barmherzige Brüder Trier, Trier, Deutschland
Leon Louis Seifert - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Lukas Sturm - Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, Deutschland
Karl Heinz Weiss - Salem Hospital Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Christian Rupp - Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Deutschland
Franziska Weppelmann - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Sara Noemi Reinartz Groba - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Frank Erhard Uschner - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Gesa Pöhler - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Michael Köhler - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Max Masthoff - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Martin Rössle - Universitätsklinikum Freiburg, Freiburg, Deutschland
Felix Piecha - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Johannes Kluwe - Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg, Deutschland
Alexander Zipprich - Universitätsklinikum Jena, Jena, Deutschland
Christian Jansen - Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Carsten Meyer - Universitätsklinikum Bonn, Bonn, Deutschland
Jonel Trebicka - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
Michael Praktiknjo - Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland

Text

Hintergrund und Ziele: Der MELD-Score wurde ursprünglich zur Vorhersage der Sterblichkeit bei Patienten entwickelt, denen ein transjugulärer intrahepatischer portosystemischer Shunt (TIPS) implantiert wurde. 2022 wurde als neuer Score MELD 3.0 mit dem Ziel eingeführt, die Vorhersage der Mortalität bei Patienten mit Leberzirrhose zu verbessern. Obwohl MELD 3.0 in mehreren Kohorten validiert wurde, ist sein prognostischer Wert bei Patienten mit TIPS Anlage schwer fassbar. Ziel dieser Studie ist es, die Genauigkeit des MELD 3.0 hinsichtlich der Vorhersage der Mortalität bei Patienten mit Leberzirrhose, bei denen ein TIPS implantiert wurde, mit etablierten Scores wie dem FIPS, MELD-Na und MELD zu vergleichen.

Methode: In dieser retrospektiven multizentrischen Studie wurden oben genannte Scores inklusive MELD 3.0 in zwei Kohorten von Patienten mit Leberzirrhose, bei denen ein TIPS implantiert wurde, untersucht. Kohorte 1 stammte aus einem einzigen deutschen Tertiärkrankenhaus, während Kohorte 2 eine multizentrische Validierungskohorte Patienten aus sieben deutschen Tertiärkrankenhäusern umfasste. Primärer Endpunkt war die 1-Jahres-Mortalität nach TIPS-Anlage. Jeder Score wurde mit Hilfe von ROC-Analysen und des Konkordanzindex (c-Index) diesbezüglich analysiert. Außerdem wurden die c-Indizes mit Hilfe des DeLong-Tests verglichen. Um Risikogruppen für die TIPS-Implantation in jeder Kohorte zu ermitteln, wurden die Patienten, die über dem 85. Perzentil für jeweiligen Score lagen, als Risikogruppe definiert. Anschließend wurde die 1-Jahres-Mortalität mithilfe von Log-Rank-Tests und Kaplan-Meier-Überlebenskurven bewertet.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 1828 Patienten in die Studie aufgenommen (Kohorte 1: n = 412, Kohorte 2: n = 1416). Die Hauptindikation für die TIPS-Implantation war in beiden Kohorten refraktärer Aszites. Der c-Index für die 1-Jahres-Mortalität in Kohorte 1 betrug 0,701 (MELD 3,0), 0,704 (FIPS), 0,712 (MELD-Na) und 0,670 (MELD). In Kohorte 2 betrug er 0,633 (MELD 3,0), 0,670 (FIPS), 0,626 (MELD-Na) und 0,629 (MELD). Der DeLong-Test ergab keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen MELD 3.0 und den anderen Scores in Kohorte 1. In Kohorte 2 zeigte MELD 3.0 eine bessere Leistung als MELD-Na (p = 0,0475), während FIPS eine bessere Leistung als MELD 3.0 zeigte (p = 0,0033). Log-Rank-Tests zeigten, dass jede Hochrisikogruppe eine signifikant höhere 1-Jahres-Mortalität im Vergleich zur jeweiligen Nicht-Hochrisikogruppe aufwies (p < 0,05), mit Ausnahme der Patienten in Kohorte 1, die nach MELD stratifiziert waren (p = 0,063).

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass MELD 3.0 eine vergleichbare prognostische Genauigkeit wie MELD und MELD-Na bei der Vorhersage der Ein-Jahres-Mortalität von Patienten aufweist, bei denen in Tertiärzentren ein TIPS implantiert wurde. Die Ergebnisse deuten jedoch auch darauf hin, dass FIPS gegenüber MELD 3.0 überlegen sein könnte.