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75. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte


05.-06.06.2026
Hamburg

Meeting Abstract

Bilaterale persistierende Pupillarmembran – 2 verschiedene operative Ansätze im Vergleich

Max Lange - Schwerin

Text

Ziel: Wir beschreiben die chirurgischen Herausforderungen, die durch eine kongenitale persistierende Pupillarmembran (PPM) während der Kataraktoperation entstehen, und vergleichen die Ergebnisse zweier unterschiedlicher chirurgischer Vorgehensweisen, die in unserer Einrichtung angewendet wurden. Darüber hinaus beabsichtigen wir, die aktuelle Literatur zu optimalen Behandlungsstrategien bei intraoperativ vorliegender PPM zusammenzufassen.

Methode: Es erfolgte eine retrospektive Analyse eines Falls mit beidseitiger kongenitaler PPM, wobei im zeitlichen Abstand beide Seiten einer Phakoemulsifikation unterzogen wurden. In Fall 1 wurde die PPM vor Durchführung der Kapsulorhexis mittels stumpfer Präparation abgelöst. In Fall 2 wurde eine alternative Technik angewendet, die eine scharfe Präparation und präzise Segmentierung der Membran mit Mikro-Scheren, gefolgt von einer kontrollierten Entfernung unter Verwendung eines kohäsiven Viskoelastikums beinhaltete. Intraoperative Schwierigkeiten, postoperative Ergebnisse und Komplikationen wurden analysiert. Zusätzlich wurde eine narrative Literaturübersicht zu aktuellen chirurgischen Aspekten im Umgang mit PPM durchgeführt, um unsere Ergebnisse einzuordnen.

Ergebnis: Die stumpfe Präparation der PPM (Fall 1) führte zu mehreren intraoperativen Komplikationen, darunter Irisblutungen, partielle Iridodialysen mit konsekutivem Irisprolaps, eingeschränkte Sichtverhältnisse sowie eine verlängerte Operationsdauer. Die postoperative Erholung war verzögert und ging mit einer vorübergehenden Entzündung sowie reduzierter Pupillenmotilität einher. Im Gegensatz dazu ermöglichte die verfeinerte Technik (Fall 2) eine kontrollierte Entfernung der Membran bei minimaler Belastung der Linsenkapsel, was zu einer gut zentrierten Kapsulorhexis, stabiler Intraokularlinsenposition und rascher postoperativer Rehabilitation führte. Die Literaturübersicht bestätigt, dass eine PPM die Komplexität der Kataraktoperation erheblich erhöhen kann und dass Techniken, die die Traktion an der Iris minimieren – insbesondere scharfe Präparation unter viskoelastischem Schutz – mit einer höheren Sicherheit und besseren visuellen Ergebnissen verbunden sind.

Schlussfolgerung: Die kongenitale persistierende Pupillarmembran stellt eine relevante intraoperative Herausforderung bei der Kataraktchirurgie dar. Unsere vergleichenden Fallanalysen zeigen, dass die stumpfe Präparation mit einem höheren Komplikationsrisiko verbunden ist, während eine scharfe, kontrollierte Segmentierung der Membran unter viskoelastischer Unterstützung zu vorhersehbareren und sichereren Ergebnissen führt. Die aktuelle Literatur stimmt mit diesen Ergebnissen überein und unterstützt individualisierte chirurgische Strategien zur Reduktion des kapsulären Stresses und zur Optimierung der visuellen Ergebnisse bei Patienten mit PPM.