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75. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte


05.-06.06.2026
Hamburg

Meeting Abstract

Subretinale drusenoide Ablagerungen bei Chorioretinopathia centralis serosa: Erkenntnisse aus der Retro Mode

Ophir Reinhardt - Lübeck
D.N. Vu - Lübeck; Institut für Biomedizinische Optik, Universität zu Lübeck
T. Ito - Institut für Biomedizinische Optik, Universität zu Lübeck
S. Grisanti - Lübeck
Y. Miura - Lübeck; Institut für Biomedizinische Optik, Universität zu Lübeck

Text

Ziel: Subretinale drusenoide Ablagerungen (SDD) wurden als Risikofaktor für das Fortschreiten der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) beschrieben. Ihre Relevanz bei der Chorioretinopathia centralis serosa (CCS) wurde jedoch nicht ausreichend untersucht. Der Scanning-Laser-Ophthalmoskopie (SLO) Retro Mode (RM) Bildgebung ermöglicht die en-face Detektion verschiedener subretinalen Ablagerungen, einschließlich kleinem SDD. Diese Studie untersuchte die Prävalenz von SDD bei gesunden Probanden im Vergleich zu CCS-Patienten sowie Unterschiede im Auftreten und Umfang von SDD zwischen CCS-Patienten mit und ohne sekundäre makuläre Neovaskularisation (sMNV).

Methode: Die Studie umfasst 120 Augen von 55 CCS-Patienten (35–75 Jahre, Median: 55) und 31 Augen von 16 gesunden Probanden (24–81 Jahre, Median: 57). Die CCS-Patienten wurden in Gruppen mit (n=27; 37–75 Jahre, Median: 59) und ohne sMNV (n=28; 35–75 Jahre, Median: 50) eingeteilt. Das Vorhandensein und die Verteilung von SDD wurden anhand von RM-SLO-Bildern nach Lokalisation, Anzahl und Dichte bewertet, wobei die Lokalisation der SDD teilweise und ergänzend durch High-Resolution SD-OCT bestätigt wurde. Fälle mit wenigen SDD (<10) wurden als SDD-negativ klassifiziert. Die Bewertung erfolgte mittels einer semiquantitativen Skala (0–13 pro Auge). Da die Unterschiede zwischen beiden Augen gering waren, wurde der Mittelwert beider Augen als patientenbezogenes Maß verwendet.

Ergebnisse: Im Gegensatz zu den bei AMD häufig beschriebenen, größeren und klar begrenzten SDD zeigten sich die in dieser Studie beobachteten SDD in der High-Resolution-OCT nur diskret als sehr kleine, punktförmige Erhebungen der Photorezeptorschicht. Im RM erschienen sie hingegen als kleine, körnige Erhebungen und ermöglichten als en-face-Darstellung die Beurteilung ihrer Verteilung und Ausdehnung. In der Kontrollgruppe wurde ein maximaler SDD-Score von 5,25 erreicht, während dieser bei CCS-Patienten 11 (ohne sMNV) bzw. 11,75 (mit sMNV) betrug. Die Medianwerte lagen bei 2,02 in der Kontrollgruppe, 4,00 bei CCS ohne sMNV und 6,50 bei CCS mit sMNV. Eine Varianzanalyse zeigte signifikante Unterschiede im SDD-Score zwischen den Gruppen (p<0,001). Post-hoc-Tests ergaben signifikante Unterschiede zwischen der Kontrollgruppe und CCS-Patienten ohne sMNV (p = 0,047) sowie zwischen der Kontrollgruppe und CCS-Patienten mit sMNV (p<0,001). Darüber hinaus zeigte sich ein signifikanter Unterschied zwischen CCS-Patienten ohne und mit sMNV (p=0,004). Es zeigte sich kein signifikanter Zusammenhang zwischen Alter und SDD-Score. Auch die Interaktion zwischen Alter und Gruppe war nicht signifikant.

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse zeigen einen möglichen Zusammenhang zwischen SDD und CCS, mit einer erhöhten Prävalenz von SDD bei CCS sowie einer Verbindung zum Auftreten von sMNV. Dies weist auf mögliche gemeinsame pathophysiologische Mechanismen zwischen AMD und CCS hin, gestützt durch zuvor berichtete genetische Überschneidungen und gemeinsamen Risikogene. Die RM-Bildgebung könnte ein wertvolles Instrument zur Detektion von SDD und zur Abschätzung des MNV-Risikos bei CCS-Patienten darstellen.