75. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte
75. Tagung der Vereinigung Norddeutscher Augenärzte
Die korneale endotheliale Transitionszone als neuer Parameter der Spenderhornhautqualität: Vergleich konfokaler Bildgebungsverfahren
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Ziel: Die Qualität von Spenderhornhäuten wird derzeit primär anhand der Endothelzelldichte beurteilt, obwohl diese nur eingeschränkt die langfristige Funktion des Transplantats vorhersagt. Die korneale Endothel-Transitionszone (TZ) wird als mögliche Nische progenitorähnlicher Zellen diskutiert und könnte zusätzliche Informationen zur Regenerationsfähigkeit liefern. Ziel der Studie war der Vergleich dreier konfokaler Bildgebungsstrategien zur standardisierten Darstellung und Bewertung der TZ.
Methode: Untersucht wurden drei Bildgebungsstrategien basierend auf intrinsischem Reflexionskontrast (670 nm; laterale Auflösung ~1–2 µm, axiale Auflösung ~4 µm) unter Verwendung des Heidelberg Retina Tomographen mit dem Rostock Cornea Modul (HRT-RCM):(1) Standard-En-face-Bildgebung (400×400 µm),(2) piezoelektrisch positionierter Tisch mit mehrachsiger Justierung (300×300 µm Einzelbilder),(3) automatisiertes Hexapod-basiertes 3D-Scanning mit mosaikartiger Rekonstruktion (Einzelbildgröße 300×300 µm, 50 µm Überlappung).Verglichen wurden Erfassungszeit, Flächenabdeckung, Auflösung, Tiefenkontinuität, Artefaktanfälligkeit und Workflow-Integration für Spenderhornhäute.
Ergebnis: Die Aufnahmezeit betrug 33 ms pro Bild für (1) und (2) sowie 7–8 Minuten pro Datensatz für (3). Die Flächenabdeckung lag bei 400×400 µm (1), 300×300 µm (2) und bis zu ≈2,3 × 0,8 mm (≈1,84 mm²) bei (3).(1) ermöglichte eine schnelle Bildakquisition mit guter lateraler Auflösung, jedoch begrenztem strukturellem Kontext und eingeschränkter Tiefeninformation.(2) zeigte durch mehrachsige Positionierung eine verbesserte Anpassung an die korneale Krümmung mit erhöhter Tiefengenauigkeit und reduzierter Kompression.(3) lieferte kontinuierliche volumetrische Datensätze mit hoher räumlicher Konsistenz über größere Areale, erforderte jedoch einen erhöhten technischen Aufwand und zeigte vereinzelt Stitching-Artefakte.
Schlussfolgerung: Die untersuchten Verfahren unterscheiden sich trotz identischem Bildkontrast deutlich hinsichtlich Abdeckung und Informationsgehalt. Während die Standard-HRT-RCM-Bildgebung ein schnelles Screening der TZ ermöglicht, bietet die piezobasierte Methode eine verbesserte Bildlagenkontrolle. Die automatisierte Hexapod-Technologie erlaubt die umfassendste dreidimensionale Rekonstruktion und erscheint für eine systematische Bewertung von Spenderhornhäuten am geeignetsten. Die klinische Relevanz der TZ als Qualitätsparameter muss in weiteren Studien validiert werden.



