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52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

An Urge to Act in Österreich: Aktuelle Versorgungssituation von Patient:innen mit (Neurogener) Blasenfunktionsstörung

Deirdre Maria König-Castillo - Klinik Ottakring, Urologie, Wien, Österreich
Andrey Eskin - Medizinische Universität Graz, Graz, Österreich
Sophina Bauer - Uniklinikum Salzburg, Urologie und Andrologie, Salzburg, Österreich
Achim Herms - Medizinische Universität Innsbruck, Neuro-Urologie, Innsbruck, Österreich
Wilhelm Hübner - Privatklinik Confraternität, Wien, Österreich
Alexander Friedl - Klinik Ottakring, Urologie, Wien, Österreich
Alvaro Amancio Fernandez Alcalde - Klinik Donaustadt, Wien, Österreich
Andrea Rusu - Universitätskrankenhaus St. Pölten, Wien, Österreich
Erik Huber - Urologienzentrum Wien, Wien, Österreich
Jannik Wassermann - Tauernklinikum, Zell am See, Österreich
Julia Dorfinger - Universitätsklinikum Wiener Neustadt, Wiener Neustadt, Österreich
Mike Faber-Keiper - Ordensklinikum Linz, Linz, Österreich
Michael Rutkowski - Landesklinikum Korneuburg, Korneuburg, Österreich
Martin Baunacke - Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Dresden, Deutschland
Marianne Leitsmann - Medizinische Universität Graz, Urologie, Graz, Österreich

Text

Einleitung: Die schon bestehende Versorgungslücke bei Blasenfunktionsstörungen wurde während der COVID-19-Pandemie aggraviert. Die Initiative UrgeToAct der EAU soll dazu dienen das Bewusstsein für die Erkrankung und die damit verbundene (sozioökonomische) Belastung zu verbessern. Die aktuelle Studie evaluierte die derzeitige Versorgungssituation von Patient:innen mit Blasenfunktionsstörungen in Österreich.

Methodik: Eine Umfrage mit 31 Fragen über die vorhandenen diagnostischen Möglichkeiten, die Wartezeiten und die Versorgungskapazitäten wurde an 652 Mitarbeiter:innen urologischer Einrichtungen in Österreich versandt (Mai bis September 2025).

Ergebnisse: 222 der 652 Adressierten antworteten (Antwortrate 34,1%). Davon waren 61% in Krankenhäusern tätig, 37% im niedergelassenen Bereich und 2% in anderen Instituten. Insgesamt wurden Daten von 60 verschiedenen Institutionen eingeschlossen. Die Teilnehmer:innen waren dabei über alle Bundesländer verteilt. 183 (82,4%) der Antwortenden bieten eine Versorgung für Patient:innen mit Blasenfunktionsstörungen an. Die Durchschnittliche Wartezeit auf einen Ambulanztermin und OP in diesem Zusammenhang waren 3 und 4,7 Monate. Insgesamt 56,9% der Institutionen bieten invasive Urodynamiken an und 124 (67,8%) der Antwortenden führen invasive Urodynamiken durch. Die durchschnittliche Wartezeit für eine invasive Urodynamik lag bei 3,9 Monaten (46,8% 3-6 Monate; 32% 1–2 Monate). Hauptgründe für das fehlende Angebot invasiver Urodynamiken waren Kosten (60,7%), fehlendes Equipment (60,7%) und Personalmangel (21.4%).

Schlussfolgerung: Die Qualität der aktuellen Versorgung von Patient:innen mit Blasenfunktionsstörungen in Österreich wurde im Durchschnitt mit ausreichend bewertet. Die Ressourcenverteilung ist regional unterschiedlich und zeigt teilweise relativ lange Wartezeiten und geringe Kapazitäten. Die Ergebnisse verdeutlichen die Dringlichkeit für eine strukturierte Verbesserung, bessere Ressourcenverteilung und den Ausbau spezialisierter Zentren um eine gute Patient:innenversorgung zu sichern.