Logo

52. Tagung der Bayerischen Urologenvereinigung und der Österreichischen Gesellschaft für Urologie und Andrologie


06.-08.05.2026
Würzburg

Meeting Abstract

Transperineal vs. transrektal: Beeinflusst die Biopsietechnik das funktionelle Ergebnis nach radikaler Prostatektomie?

Lukas Ullrich - Technische Universität München, TUM School of Medicine and Health, TUM Klinikum Rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland
Victoria Göldner - Technische Universität München, TUM School of Medicine and Health, TUM Klinikum Rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland
Cornelia Peter - Technische Universität München, TUM School of Medicine and Health, TUM Klinikum Rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland
Helga Schulwitz - Technische Universität München, TUM School of Medicine and Health, TUM Klinikum Rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland
Kathleen Herkommer - Technische Universität München, TUM School of Medicine and Health, TUM Klinikum Rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland
Jürgen Gschwend - Technische Universität München, TUM School of Medicine and Health, TUM Klinikum Rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland
Matthias Jahnen - Technische Universität München, TUM School of Medicine and Health, TUM Klinikum Rechts der Isar, Klinik und Poliklinik für Urologie, München, Deutschland

Text

Einleitung: Die transperineale Prostatabiopsie (tpBx) setzt sich zunehmend gegenüber der transrektalen Prostatabiopsie (trBx) als bevorzugte Biopsiemethode durch. Unklar ist jedoch, ob der Punktionsweg die Durchführung einer Nervschonung während der radikalen Prostatektomie oder die postoperativen funktionellen Ergebnisse beeinträchtigt.

Methodik: In diese retrospektive Studie wurden insgesamt 333 Männer (tpBx: n = 190; trBx: n = 143) eingeschlossen, bei denen zwischen Januar 2021 und September 2024 eine Prostatabiopsie mit anschließender radikaler Prostatektomie durchgeführt wurde. Die Biopsie-Untergruppen wurden hinsichtlich klinischer Basischarakteristika, einschließlich des Ausmaßes der Nervschonung während der radikalen Prostatektomie (vollständig vs. partiell vs. keine), verglichen. Weiterhin erfolgte ein Vergleich beider Gruppen bezüglich präoperativer Miktionsbeschwerden (ICIQ-SF, ≥5) und der erektilen Funktion (IIEF-5; Mittelwert) sowie der Rate postoperativer Harninkontinenz (≥ eine feuchte Einlage pro Tag) und der sexuellen Aktivität (mit oder ohne Partner) nach 6 und 12 Monaten.

Ergebnisse: Die klinischen Basischarakteristika sowie die Rate einer vollständigen (tpBx:53,7%; trBx:51,8%) und partiellen (tpBx:43,7%; trBx: 44,1%) Nervschonung während der radikalen Prostatektomie unterschieden sich nicht signifikant zwischen Patienten nach tpBx und trBx (alle p>0,05). Präoperativ zeigten sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der erektilen Funktion (MW: IIEF-5 tpBx:15,9 vs. trBx:15,4; p=0,67) und Miktionsbeschwerden (tpBx:9,0%; trBx:9,3%; p=1,00). Postoperativ lag nach 6 Monaten bei 9,2% (tpBx) und 16,4% (trBx) (p=0,11) der Patienten eine Harninkontinenz vor, nach 12 Monaten bei 9,7% und 16,2% (p=0,16). Regelmäßige sexuelle Aktivität wurde nach 6 Monaten von 37,2% (tpBx) und 36,6% (trBx) sowie nach 12 Monaten von 33,0% bzw. 35,9% angegeben (alle p> 0,05).

Schlussfolgerung: Der Punktionsweg der Prostatabiopsie hat keinen nachweisbaren Einfluss auf das Ausmaß der Nervschonung im Rahmen der radikalen Prostatektomie oder auf die postoperativen funktionellen Ergebnisse. Zusammengenommen mit den bereits in der Literatur beschriebenen Vorteilen der tpBx (geringeren Infektionsrate, verbesserte Krebserkennungsrate) unterstreichen diese Ergebnisse die tpBX als zu bevorzugende Biopsiemethode.