66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
Wenn Technik den Alltag verändert: funktionelle Erfolge nach ZSI-Sphinkter-Implantation
Text
Einleitung: Der artifizielle Sphinkter gilt als Goldstandard in der Behandlung der hochgradigen männlichen Belastungsharninkontinenz. Der inteilige ZSI-375®-Sphinkter wurde entwickelt, um Implantation und Handling zu vereinfachen. Ziel dieser Studie war die Evaluation von Sicherheit, Erfolgsrate und Komplikationsrate nach Implantation des ZSI-Sphinkters im Langzeitverlauf.
Methode: In dieser retrospektiven Studie, die an einem einzigen Zentrum durchgeführt wurde, werden alle Patienten sowie die Ergebnisse des ZSI-Sphinkter analysiert. Insgesamt wurden 25 Patienten eingeschlossen, 23 standen für Follow-up zur Verfügung. Erfasst wurden peri- und postoperative Komplikationen, Re-Operationen und funktionelle Ergebnisse. Behandlungserfolg wurde anhand postoperativer Kontinenz beurteilt; soziale Kontinenz wurde als Bedarf von maximal einer Vorlage pro Tag definiert. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 57,8 Monate (Bereich: 14–99 Monate).
Ergebnisse: 73,9% der Patienten (17/23) erreichten soziale Kontinenz. Die Re-Operationsrate betrug 13% (3/23) – verursacht durch zwei mechanische Defekte und eine Infektion. Postoperative Komplikationen traten bei 4 Patienten auf, waren jedoch überwiegend operativ beherrschbar. Eine Explantation war in drei Fällen notwendig; bei zwei Patienten erfolgte eine erneute Implantation.
Schlussfolgerung: Die Implantation des ZSI-Sphinkters ist ine sichere und effektive Therapieoption bei postprostatektomischer Belastungsharninkontinenz. Die Vorteile sind ua. auch die kürzere Op- Zeiten und die Möglichkeit einer Adjustierung. Langzeitergebnisse zeigen zufriedenstellende Kontinenzraten bei akzeptabler Komplikations- und Re-Operationsrate.



