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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Vergleich der operativen und onkologischen Ergebnisse zwischen High- und Low-Volume-Operateur bei der Single-Port-robotisch assistierten Nierenteilresektion

M.P. Brandt - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
Johann Bierlein - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
L.J. Frey - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
N. Rölz - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
R. Hild - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
G. Duwe - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland
A. Haferkamp - Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie, Mainz, Deutschland

Text

Einleitung: Die robotisch assistierte Nierenteilresektion (RAPN) hat sich als Standardverfahren zur organerhaltenden Therapie von Nierentumoren etabliert. Dennoch bleibt der Eingriff insbesondere unter Anwendung des Single-Port-Verfahrens (SP) der Firma Intuitive® und retroperitonealen Zugangs technisch anspruchsvoll. Ziel dieser Arbeit ist es, die perioperativen und onkologische Ergebnisse zwischen zwei Operateuren mit unterschiedlichem Erfahrungsgrad an robotischen Eingriffen zu vergleichen.

Methode: Es wurden alle Patienten eingeschlossen, die sich von Mai 2025 bis Februar 2026 einer SP-RAPN unterzogen. Die Fälle wurden entsprechend der Erfahrung mit robotisch assistierten RAPN des Operateurs in einen erfahrenen (EO) vs. robotisch naiven Operateur (NO) unterteilt. Patienten- und Tumorcharakteristika wurden mittels Mann–Whitney-U-Test und exaktem Test nach Fisher verglichen. Prädiktoren von postoperativen Komplikationen wurden mittels multivariabler logistischer Regression untersucht. Einflussfaktoren auf die Operationsdauer wurden durch multivariable lineare Regression analysiert. Die Lernkurve des NO wurde mithilfe einer CUSUM-Analyse (cumulative sum) sowie einer linearen Regression der Operationsdauer über die chronologische Fallnummer untersucht.

Ergebnisse: Insgesamt wurden 39 Patienten (22 (EO); 17 (NO)) eingeschlossen. Hinsichtlich Alter, Body-Mass-Index, Charlson Comorbidity Index, Tumordurchmesser und RENAL-Score bestanden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Gesamtkomplikationsrate sowie schwere Komplikationen (Clavien ≥III) unterschieden sich ebenfalls nicht signifikant zwischen EO und NO (p > 0,05).

In der multivariablen logistischen Regression war die Operateurserfahrung kein unabhängiger Prädiktor für postoperative Komplikationen (OR = 0,25 (CI 95% 0,02 – 2,72); p = 0,254). Dagegen zeigte die Tumorkomplexität (RENAL-Score) einen Trend zu vermehrten Komplikationen (OR = 1,8 pro Punkt; p = 0,059). Die Operationsdauer war ebenfalls nicht signifikant unterschiedlich (Mittelwert: EO 194 (CI 95% 160 – 227) vs. NO 194 (CI 95% 170 – 219) min). Weder Blutverlust noch Ischämiedauer wurden signifikant durch die Erfahrung des Operateurs beeinflusst. Die CUSUM-Analyse des NO zeigte einen initialen Peak innerhalb der ersten drei Fälle mit anschließend abnehmendem Verlauf ohne erneute Verschlechterung. In der linearen Regression der Operationsdauer zeigte sich kein signifikanter Nachweis einer Verbesserung der OP Zeit (p > 0,6).

Schlussfolgerung: Die Erfahrung des Operateurs hatte keinen Einfluss auf perioperative Ergebnisse nach Single-Port RAPN. Die Tumorkomplexität stellte den wesentlichen Prädiktor für Operationsdauer und Komplikationsrisiko dar.