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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Muster urologischer Notfälle und Zuweisungen – eine retrospektive Analyse

Carolin Siech - Goethe Universität Frankfurt, Universitätsmedizin, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
C. Humke - Goethe Universität Frankfurt, Universitätsmedizin, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
S. Ibrahimzadeh - Goethe Universität Frankfurt, Universitätsmedizin, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
Q.C. Le - Goethe Universität Frankfurt, Universitätsmedizin, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
J. Dislich - Goethe Universität Frankfurt, Universitätsmedizin, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
M. Traumann - Goethe Universität Frankfurt, Universitätsmedizin, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
M. Wenzel - Goethe Universität Frankfurt, Universitätsmedizin, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
P. Mandel - Goethe Universität Frankfurt, Universitätsmedizin, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland; Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, Martini-Klinik Prostate Cancer Center, Hamburg, Deutschland
M. Leitsmann - Medizinische Universität Graz, Klinik für Urologie, Graz, Österreich; aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen, Göttingen, Deutschland
F.K. Chun - Goethe Universität Frankfurt, Universitätsmedizin, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland
L.A. Kluth - Goethe Universität Frankfurt, Universitätsmedizin, Klinik für Urologie, Frankfurt am Main, Deutschland; UROTHEA – Urologische Praxis – Prof. Dr. Kluth & Dr. Brauers, Alzey, Deutschland

Text

Einleitung: Die Patientenzahlen in deutschen Notaufnahmen steigen kontinuierlich an. Die Muster urologischer Notfallkontakte sowie stationärer Krankenhausaufnahmen in Deutschland sind bislang jedoch nur unzureichend untersucht worden.

Methode: Alle urologischen Notaufnahmevorstellungen an einem Universitätsklinikum in den Jahren 2018 und 2022 wurden retrospektiv erfasst. Dokumentiert wurden Patientenmerkmale, Zeitpunkt, Art und Anlass der Vorstellung sowie die diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.

Ergebnisse: Insgesamt wurden im Jahr 2022 2.223 urologische Notfälle registriert, im Jahr 2018 waren es 2.795. Im Jahr 2022 lag das mediane Alter bei 54 Jahren (2018: 50 Jahre), 74 vs. 70% der Patienten waren männlich und 73 vs. 69% besuchten die Notaufnahme als Selbstvorstellung. Die Mehrheit der Patient:innen (55 vs. 60%) stellte sich während der Bereitschaftsdienstzeiten vor. Die häufigsten Vorstellungsanlässe waren Harnwegsinfektionen (29 vs. 28%), gefolgt von Urolithiasis (13 vs. 16%) sowie Dislokation oder Verlust von Kathetern (12 vs.11%). Die stationären Krankenhausaufnahmeraten betrugen 2022 22% und 2018 26%, mit einer mittleren Aufenthaltsdauer von 5 Tagen im Jahr 2022 und 4 Tagen im Jahr 2018.

Schlussfolgerung: Die meisten urologischen Konsultationen, sowohl vor als auch nach der COVID-19-Pandemie, waren Selbstvorstellungen, fanden außerhalb der regulären Arbeitszeiten statt und waren ohne Erfordernis einer stationären Aufnahme. Zur zukünftigen Entlastung der Notaufnahmen sollten die bestehenden ambulanten Notfallstrukturen in der Öffentlichkeit besser bekannt gemacht, Notfallsprechstunden in urologischen Praxen weiter ausgebaut sowie das Bereitschaftspersonal gezielt für die Versorgung urologischer Krankheitsbilder geschult werden.