66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
Curriculare Implementierung eines strukturierten endourologischen Simulationstrainings in das Medizinstudium: eine prospektiv-randomisierte Studie
Text
Einleitung: Die Vermittlung praktischer Fertigkeiten ist ein zentraler Bestandteil der urologischen Ausbildung im Medizinstudium. Ziel dieses prospektiv wissenschaftlich begleitenden Projekts zur Lehrverbesserung war die curriculare Implementierung eines simulationsbasierten endourologischen Trainings.
Methode: Alle Medizinstudierenden, die im Sommersemester 2025 das Blockpraktikum Urologie absolvierten, wurden eingeschlossen. Die Randomisierung in Kontrollgruppe sowie Interventionsgruppen mit virtuellem Simulator oder Phantomtrainer zur Zystoskopie erfolgte nach dem Wochentag des Praktikums. Primärer Endpunkt war die Zunahme des chirurgischen Selbstvertrauens der Studierenden, sekundäre Endpunkte waren Interesse und Attraktivität operativer Fachgebiete. Die Erhebung erfolgte vor und nach dem Praktikum mittels 7-Punkte-Likert-Skala.
Ergebnisse: Von 189 Studierenden wurden 75 (40%) in die Kontrollgruppe, 51 (27%) in die virtuelle Interventionsgruppe und 63 (33%) in die Phantomtrainergruppe randomisiert. Das mediane Alter der Studierenden lag bei 23 Jahren, 71% waren weiblich und 6% hatten Vorerfahrung mit OP-Simulatoren. In den Interventionsgruppen im Vergleich zu der Kontrollgruppe berichteten 68 vs. 23% der Studierenden über ein gesteigertes chirurgisches Selbstvertrauen. Eine Zunahme des Interesses an einem operativen Fachgebiet gaben 17 vs. 23%, der Attraktivität eines operativen Fachgebietes 21 vs. 16% an. Die feste curriculare Implementierung des endourologischen Simulationstrainings befürworteten 96 vs. 61%. Das Blockpraktikum Urologie wurde mit einer durchschnittlichen Gesamtnote von 1,34 ± 0,48 vs. 1,75 ± 1,01 bewertet.
Schlussfolgerung: Das Blockpraktikum Urologie steigert Interesse und Attraktivität operativer Fachgebiete bei Medizinstudierenden. Die curriculare Implementierung eines simulationsbasierten Trainings erhöht bereits im Studium das chirurgische Selbstvertrauen.



