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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz

Meeting Abstract

Vergleich der Ureterorenoskopie mit Lithotripsie allein versus in Kombination mit Hydrogel zur Nierensteinentfernung: Interimsergebnisse

Amiel Thomas - TUM Universitätsklinikum, Urologie, München, Deutschland
F. Kirchhoff - TUM Universitätsklinikum, Urologie, München, Deutschland
M. Jahnen - TUM Universitätsklinikum, Urologie, München, Deutschland
V. Meissner - TUM Universitätsklinikum, Urologie, München, Deutschland
M. Straub - TUM Universitätsklinikum, Urologie, München, Deutschland

Text

Einleitung: Die flexible Ureterorenoskopie (fURS) ist ein etabliertes Verfahren zur Behandlung intrarenaler Konkremente. Trotz technischer Fortschritte in Lasertherapie und Endoskopie verbleiben jedoch häufig Residualfragmente. Selbst kleine Restfragmente können als Ausgangspunkt für Rezidive, Infektionen oder Folgeeingriffe dienen. Die vollständige Steinfreiheit stellt daher weiterhin ein zentrales therapeutisches Ziel dar. Die Hydrogelmethode mit MediNiK® wurde entwickelt, um Residualfragmente nach Laser-Lithotripsie zu kapseln und deren Extraktion zu erleichtern. Diese Interimsauswertung untersucht die klinische Performance der hydrogel-unterstützten Ureterorenoskopie im Vergleich zum Standardvorgehen.

Methode: In dieser prospektiven, monozentrischen Vergleichsstudie wurden die ersten 60 Patienten einer laufenden Untersuchung analysiert, die sich einer fURS bei Nierensteinen unterzogen. Die Zuteilung erfolgte im Verhältnis 1:1 zur Standard-fURS mit Laser-Lithotripsie allein (SoC, n=30) oder zur Kombination aus fURS und Hydrogelapplikation mit MediNiK® (n=30). Alle Eingriffe wurden mit Einmal-Flex-Ureterorenoskopen und Thulium-Faserlaser durchgeführt. In allen Fällen wurde eine Standard-Ureterzugangsschleuse ohne Sog verwendet. In der Interventionsgruppe wurde nach vollständiger Fragmentation ein biokompatibles Hydrogel intrarenal instilliert, um Residualfragmente einzubetten und mittels Körbchen zu bergen. Die Steinfreiheitsrate wurde postoperativ mittels nativer CT frühestens nach 8 Wochen und spätestens nach 6 Monaten bestimmt (Grad A: keine Fragmente; Grad B: <2 mm; Grad C: 2–4 mm).

Ergebnisse: Die Ausgangscharakteristika waren vergleichbar. Das mediane Alter betrug 57 versus 59 Jahre, der Männeranteil 70% versus 63%, der mediane BMI 25,5 versus 26 kg/m². Die mediane maximale Steingröße lag bei 11 versus 12 mm, das mediane Steinvolumen bei 402 versus 625 mm³. Eine vollständige Steinfreiheit (Grad A) wurde bei 90% der hydrogel-unterstützten Eingriffe gegenüber 66% im SoC-Arm erreicht (p=0,009). Unter Einbeziehung von Fragmenten ≤2 mm (Grad B) lagen die Gesamtraten bei 97% versus 69,5% (p=0,026). Eine Second-look-fURS war in 3% versus 13,5% erforderlich (p=0,353). Die mediane Operationszeit war geringfügig länger (87 vs. 76 Minuten). Rehospitalisations- und Komplikationsraten waren niedrig und vergleichbar. Ein Patient im Interventionsarm entwickelte eine Clavien-Dindo-IIIa-Komplikation nach MJ-Zug, worauf eine DJ-Schiene eingelegt wurde. Schwere Komplikationen traten nicht auf.

Schlussfolgerung: Die Interimsauswertung zeigt, dass die hydrogel-unterstützte fURS die Steinfreiheitsrate signifikant verbessert und potenziell sekundäre Eingriffe reduziert, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. Weitere Daten der laufenden Studie sind erforderlich, um die langfristige klinische Relevanz zu bestätigen.