66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.
Expression des Fibroblasten-Aktivierungsproteins im (peri)tumoralen Gewebe bei lymphogen metastasiertem Urothelkarzinom des oberen Harntrakts
Text
Einleitung: Eine Überexpression des Fibroblasten-Aktivierungs-Protein (FAP) ist für das Urothelkarzinom des unteren Harntrakts beschrieben. Zur Expression von FAP in Lymphknotenmetastasen (LKM) bei Urothelkarzinomen des oberen Harntraktes (UTUC) liegen bisher kaum Daten vor. Ziel der Arbeit ist es, die FAP Expression bei lymphogen metastasierten UTUC im Primarius und in LKM zu untersuchen.
Methode: In dieser unizentrischen, retrospektiven Studie wurden Patienten, die im Zeitraum von 2010–2025 an der Universitätsmedizin Mainz eine Nephroureterektomie (NUX) mit Lymphadenektomie (LAD) erhielten, eingeschlossen. Gewebeschnitte des primären Tumors und der LKM wurden mit dem Antikörper anti-FAP immunhistochemisch gefärbt. Die Expression wurde im tumoralen und peritumoralen Gewebe in schwach, mittlel und stark eingeteilt, ebenso wurde die FAP-Expression mit dem TNM-Stadium und dem Zeitpunkt der Metastasierung korreliert, die Auswertung erfolgte mittels Wilcoxon-Tests und Spearman-Rangkoeffizient.
Ergebnisse: Es wurden 32 Patienten mit UTUC und LKM identifiziert. Im Mittel wurden 13,8 LN (SD=±10,2) entfernt, wovon 7,8 LNs (SD±9,5) Malignität zeigten. 93,6% der Patienten wiesen ein Tumorstadium ≥ pT3 auf, bei 75% zeigte sich ein pN2 Befund. Im Primärtumor zeigte sich bei 63% (n=16) eine schwache FAP-Expression, je 18,5% (n=5) wiesen eine mittlere bzw. eine starke Expression auf. FAP war im peritumoralen Gewebe zu 18,5% (n=5) bzw. 81,5% (n=22) mittel oder stark ausgeprägt. Tumorzellen der LKM zeigten eine schwache, mittlere und starke Expression in 67,9% (n=19) bzw. 21,4% (n=6) und 10,7% (n=3). FAP war im peritumoralen Gewebe der LKM in 58,6% (n=17) mittel und in 41,4% (n=12) stark ausgeprägt. Die FAP-Expression war im peritumoralen Gewebe sowohl im Primärtumor als auch in LKM signifikant stärker (p<0,001) als im Tumorgewebe. Zwischen der FAP Expression und TNM-Stadium (p=0,331, Spearman-Rho=0,198), wie auch für das Auftreten einer Metastasierung (p=0,91, Spearman-Rho=0,025) zeigte sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang.
Schlussfolgerung: FAP war in mittlerer bis hoher Expression signifikant höher im peritumoralen Gewebe als intratumoral exprimiert, zeigte jedoch keinen Zusammenhang mit einem fortgeschrittenem Tumorstadium oder dem Zeitpunkt einer Metastasierung. Basierend auf diesen Daten kann das 68GaFAPI-PET/CT eine mögliche diagnostische Untersuchung darstellen, die eine verbesserte Genauigkeit in der Detektion von LKM erbringt.



