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66. Jahrestagung der Südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie e. V.

Südwestdeutsche Gesellschaft für Urologie e. V.
10.-13.06.2026
Koblenz
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Meeting Abstract

MikroRNA-Biomarker aus Gewebe und Urin zur frühen Identifizierung des muskelinvasiven Blasenkarzinoms

Anne Christmann - Universität des Saarlandes, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Homburg/Saar, Deutschland
A. Zaccagnino - Universität des Saarlandes, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Homburg/Saar, Deutschland
Y.-J. Kim - Universität des Saarlandes, Institut für Pathologie, Homburg/Saar, Deutschland
M. Eckstein - Uniklinikum Erlangen, Pathologisches Institut, Erlangen, Deutschland
K. Junker - Universität des Saarlandes, Klinik für Urologie und Kinderurologie, Homburg/Saar, Deutschland

Text

Einleitung: Muskelinvasive Blasentumore (MIBC) stellen im Gegensatz zu nicht-muskelinvasiven Tumoren (NMIBC) eine aggressive Erkrankung dar, die mit einer signifikant schlechteren Prognose assoziiert ist. Die pT1 high-grade Tumore sind aufgrund ihres hohen Progressionsrisikos von besonderer klinischer Bedeutung. Eine frühzeitige Identifizierung der Patient/-innen, welche ein MIBC entwickeln können, ist entscheidend, um rechtzeitig eine Therapieentscheidung für die Zystektomie treffen zu können. MiRNAs stellen vielversprechende Biomarker für Diagnose und Prognosebewertung von Krebserkrankungen dar. In einer früheren Studie identifizierte unsere Arbeitsgruppe vier miRNAs (miR-138-5p, miR-146b-5p, miR-155-5p und miR-200a-3p), welche mit hoher Genauigkeit zwischen MIBC und NMIBC unterscheiden können. Ziel der vorliegenden Studie ist es nun, die bisherigen Ergebnisse auch in TURB-Gewebeproben zu validieren und darüber hinaus die Machbarkeit eines nicht-invasiven diagnostischen Ansatzes auf Basis zellfreier Urinproben zu evaluieren.

Methode: Hierzu wurde RNA aus FFPE-Gewebeproben, sowie aus dem Überstand von Urinproben (50 MIBC- und 50 NMIBC-Proben) isoliert. Das miRNA-Expressionslevel wurde mittels RT-PCR unter Verwendung der TaqMan-MiRNA-Methode bestimmt.

Ergebnisse: Im TURB-Gewebe von MIBC-Tumoren waren die miR-146b-5p und miR-155-5p im Vergleich zu Gewebeproben von NMIBC-Tumoren signifikant hochreguliert (p ≤ 0,0001), während die miR-138-5p signifikant herunterreguliert war (p ≤ 0,001). Für die miR-200a-3p konnte kein Expressionsunterschied festgestellt werden. Im Urin von Patient/-innen mit MIBC waren die miR-146b-5p und miR-155-5p signifikant erhöht im Vergleich zu NMIBC (p ≤ 0,001 bzw. ≤ 0,05), während die miR-138-5p und miR-200a-3p keine Unterschiede aufwiesen.

Schlussfolgerung: Diese Arbeit konnte zeigen, dass invasive und nicht-invasive Blasenkarzinome anhand der miRNA-Expression bereits in TURB-Gewebeproben unterschieden werden konnten. Auch in Urinproben konnte dies bestätigt werden. Urin stellt dabei eine leicht zugängliche und nicht-invasive Untersuchungsquelle dar. Auf Grundlage dieser vielversprechenden Ergebnisse werden wir nun die prognostische Wertigkeit dieser miRNAs für die pT1 high-grade-Tumore untersuchen und prüfen, ob die Therapieentscheidung damit unterstützt werden kann.