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99. Versammlung des Vereins Rhein-Mainischer Augenärzte


31.10.2026
Fulda

Meeting Abstract

Frühe tomographische und funktionelle Ergebnisse der kornealen allogenen intrastromalen Ringsegment (CAIRS)-Keratoplastik bei Keratokonus

Maximilian Berger - Homburg
B. Seitz - Homburg
T. Berger - Homburg
L. Daas - Homburg

Text

Ziel: Analyse der frühen tomographischen, refraktiven und visuellen Ergebnisse nach kornealer allogener intrastromaler Ringsegment-Keratoplastik (CAIRS-Keratoplastik) bei Keratokonus im Verlauf bis 6 Monate.

Methoden: In diese retrospektive Analyse wurden 51 Augen mit Keratokonus eingeschlossen, die eine CAIRS-Keratoplastik erhielten. Die Tunnel- und Segmentpräparation erfolgte mittels Femtosekundenlaser (Femto LDV Z8, Ziemer Ophthalmic Systems AG). Die Implantationstiefe betrug 250 µm, die Implantationszone 5,0 mm, die Tunnelbreite 1,2 mm, die Segmentbreite 1,4 mm und die Segmentdicke 400 µm. Die Segmentlänge wurde individuell anhand der präoperativen Tomographie festgelegt. Erfasst wurden K1, K2, Kmean, Kmax sowie das sphärische Äquivalent (SE), der unkorrigierte Visus (UDVA) und der bestkorrigierte Visus (CDVA). Die Nachuntersuchungen erfolgten nach 1, 3 und 6 Monaten. Für die Keratometrie lagen zu diesen Zeitpunkten Daten von 45, 35 bzw. 28 Augen vor. Longitudinale Veränderungen wurden mittels Mixed-Effects-Modell mit Tukey-adjustierten Mehrfachvergleichen analysiert.

Ergebnisse: K1 reduzierte sich von präoperativ 47,76 D auf 44,15 D nach 1 Monat, 43,23 D nach 3 Monaten und 43,33 D nach 6 Monaten. K2 sank entsprechend von 51,30 D auf 47,19 D, 46,45 D und 47,06 D, während sich Kmean von 49,61 D auf 45,59 D, 44,77 D und 45,23 D verringerte. Die Veränderungen von K1, K2 und Kmean waren zu allen drei postoperativen Zeitpunkten gegenüber präoperativ signifikant. Kmax nahm signifikant von 59,03 D präoperativ auf 55,37 D nach 1 Monat, 54,45 D nach 3 Monaten und 55,27 D nach 6 Monaten ab. Das sphärische Äquivalent verbesserte sich von -6,50 D präoperativ auf -2,88 D nach 1 Monat, -1,91 D nach 3 Monaten und -2,49 D nach 6 Monaten. Die UDVA verbesserte sich von 0,98 logMAR präoperativ auf 0,48 logMAR nach 1 Monat, 0,50 logMAR nach 3 Monaten und 0,48 logMAR nach 6 Monaten, jeweils mit signifikantem Unterschied gegenüber präoperativ. Die CDVA verbesserte sich entsprechend von 0,62 logMAR präoperativ auf 0,37 logMAR, 0,36 logMAR und 0,34 logMAR nach 1, 3 bzw. 6 Monaten.

Schlussfolgerung: Die CAIRS-Keratoplastik führt unter Verwendung definierter Parameter bereits im frühen postoperativen Verlauf zu einer deutlichen Abflachung der kornealen Krümmung sowie zu einer Verbesserung der Refraktion und des unkorrigierten und bestkorrigierten Visus. Die tomographischen und funktionellen Effekte blieben über den Beobachtungszeitraum von 6 Monaten weitgehend stabil. Das standardisierte Vorgehen stellt eine effektive minimalinvasive Behandlungsoption bei Keratokonus dar.