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Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Analyse der psychosozialen Belastung bei Patienten mit entzündlich- rheumatischen Erkrankungen durch die COVID- Pandemie

Salma Charaf - Universitätsklinikum Münster, Medizinische Klinik D, Sektion Rheumatologie und klinische Immunuologie, Münster, Deutschland
Nadine Al- Azem - Universitätsklinikum Münster, Medizinische Klinik D, Sektion Rheumatologie und klinische Immunuologie, Münster, Deutschland
Anna Knothe - Universitätsklinikum Münster, Medizinische Klinik D, Sektion Rheumatologie und klinische Immunuologie, Münster, Deutschland
Ulf Müller- Ladner - Kerckhoff-Klinik, Abteilung für Rheumatologie und klinische Immunologie, Bad Nauheim, Deutschland
Johannes Roth - Universität Münster, Institut für Immunologie, Münster, Deutschland
Hendrik Schulze-Koops - LMU Klinikum, Medizinische Klinik IV, Sektion Rheumatologie und klinische Immunologie, München, Deutschland
Christof Specker - Evangelische Kliniken Essen- Mitte, Abteilung für Rheumatologie und klinische Immunologie, Essen, Deutschland
Hanna Kampling - Justus-Liebig-Universität Giessen, Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Giessen, Deutschland
Rebecca Hasseli-Fräbel - Universitätsklinikum Münster, Medizinische Klinik D, Sektion Rheumatologie und klinische Immunuologie, Münster, Deutschland; Universität Münster, Institut für Immunologie, Münster, Deutschland

Text

Einleitung: Betroffene mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen (ERE) galten zu Beginn der COVID-19- Pandemie als besonders gefährdet für einen schweren Verlauf einer SARS-CoV-2-Infektion, sodass zusätzlich auch eine verstärkte psychosoziale Belastung angenommen wurde. Ziel der Studie war es, während einer Hochphase der Pandemie, das Ausmaß der psychosozialen Belastung, besonders vulnerable Patientengruppen und geeignete Instrumente zur frühen Identifikation zu untersuchen.

Methoden: Von April bis Juli 2020 wurden deutschlandweit Patienten mit ERE für eine 18-monatige Online-Befragung rekrutiert. Ein standardisierter Fragebogen erfasste monatlich Daten zu sozialer Situation, Stress, Angst- und Depressionssymptomen. Die vorliegenden Auswertungen beziehen sich auf die Daten des Einschlusses und erfolgten deskriptiv und mittels X2- Tests und ANOVAs.

Ergebnisse: Zu Beginn nahmen 691 Patienten an der Umfrage teil, von denen aber 21 aufgrund ungültiger Angaben ausgeschlossen wurden. Die Kohorte (n=670) bestand zu 78,4% aus Frauen, 19,4% waren unter 40 Jahre alt, 53,3% zwischen 40 und 59 Jahren und 27,2% 60 Jahre oder älter. Die häufigsten Erkrankungen stellten rheumatoide Arthritis (37,7%), gefolgt von Erkrankungen aus mehreren Gruppen (19,3%), Spondyloarthritiden (18,9%), Kollagenosen (16,1%) und anderen rheumatischen Erkrankungen (8,1%) dar. Klinisch relevante Depressions- bzw. Angstsymptome wurden von 11,9% bzw. 16,2% der Teilnehmenden berichtet. Das Geschlecht, Alter und die Art der Erkrankung hatten keinen klinisch relevanten Einfluss auf die Angst- und Depressionssymptomatik. Patienten mit klinisch relevanten Depressions- bzw. Angstsymptomen wiesen jedoch signifikant höhere Werte auf der numerischen Ratingskala hinsichtlich des Schmerzes (Dep: M = 3,46 vs. 4,95; Angst: M = 3,34 vs. 5,15; p jeweils <0,001), Schlafstörungen (Dep: M = 4,33 vs. 6,84; Angst: M = 4,19 vs. 6,93; p jeweils <0,001) und subjektiver rheumatischer Erkrankungsaktivität (Dep: M = 3,68 vs. 4,79; Angst: M = 3,52 vs. 5,35; p jeweils <0,001) auf.

Schlussfolgerung: Patienten, die zu Beginn der Pandemie eine erhöhte psychische Belastung aufwiesen, zeigten, dass diese nicht nur mit einer schlechteren Schlafqualität einherging, sondern auch mit erhöhten Schmerzen und einer gesteigerten subjektiven Krankheitsaktivität. Insbesondere in Krisenzeiten ergibt sich sowohl auf psychischer als auch somatischer Ebene ein besonderer Handlungsbedarf, sodass Routinescreenings hier unterstützen können, frühzeitig Belastungen zu identifizieren.