Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Körperliche Aktivität, Muskelkraft und Sarkopenie bei Systemischer Sklerose: Eine multidimensionale Kohortenanalyse
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Einleitung: Körperliche Inaktivität und funktioneller Abbau sind kritische Begleiterscheinungen der Systemischen Sklerose (SSc). Ziel dieser Studie war es, das Ausmaß der körperlichen Aktivität, die Muskelkraft, sowie das sturzbezogene Risikoprofil in einer großen SSc-Kohorte strukturiert zu analysieren.
Methoden: In einer Kohorte von 151 SSc-Patienten, die sich zwischen 03/25 und 01/26 in der Rheumaambulanz der Uniklinik Heidelberg vorgestellt haben, wurden folgende klinische Parameter erhoben: Die körperliche Aktivität wurde mittels Godin Leisure-Time Exercise Questionnaire (GLTEQ) erfasst. Die objektive Muskelkraft der großen Muskelgruppen wurde mit einem Dynamometer getestet, die funktionelle Beinkraft über den 30-Sekunden Sit-to-Stand-Test (STS). Die Sarkopenie-Diagnostik erfolgte nach den EWGSOP2-Kriterien.
Ergebnisse: Die GLTEQ-Auswertung zeigte, dass 36,9% der Patienten (n=55) kaum körperlich aktiv sind. Als Hauptbarrieren für geringe Bewegung wurden Schmerzen (n=65) und Dyspnoe (n=54) angegeben. Diese subjektive Dyspnoe korrelierte mit schweren Organmanifestationen: Patienten mit Dyspnoe litten signifikant häufiger an einer Lungenfibrose (48,3% vs. 28,4%, p=0,016) und an einer Pulmonal-Arteriellen Hypertonie (PAH) (51,4% vs. 31,9%, p=0,045).
Die Folgen der Inaktivität spiegelten sich auch in den STS-Daten wider: Inaktive Patienten schafften im Vergleich zu aktiven Patienten signifikant weniger Wiederholungen im STS-Test (7,8 vs. 12,3 Wiederholungen, p<0,001), was die ausgeprägte funktionelle Einschränkung im Alltag objektiviert. Ebenso lagen die Dynamometer-Werte für die Knie-Extension im Mittel deutlich unter dem altersentsprechenden Durchschnitt (-1,06 bis -1,33 Standardabweichungen). Eine signifikant geringere Knie-Extensionskraft war dabei unmittelbar mit einem erhöhten Sturzrisiko assoziiert (187,8 N vs. 226,4 N bei Patienten ohne Sturzrisiko, p=0,017).
Die Ergebnisse zeigen deutliche funktionelle Defizite, zudem erfüllten 21,5% der Patienten bereits die EWGSOP2-Kriterien für eine Sarkopenie.
Schlussfolgerung: Bewegungsmangel bei SSc wird maßgeblich durch körperliche Einschränkungen (PAH, Lungenfibrose) getrieben. Die hohe Sarkopenie-Rate (21,5%) und das erhöhte Sturzrisiko unterstreichen die Notwendigkeit eines funktionellen Screenings um symptomorientierte Therapieansätze einleiten zu können.
Offenlegungserklärung: Die Autoren erklären, dass kein Interessenskonflikt besteht.



