Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Beeinflusst das Vorhandensein einer begleitenden Uveitis den klinischen Verlauf, die Behandlung oder die radiografische Progression von Patient:innen mit axialer Spondyloarthritis?
Text
Einleitung: Das Ziel dieser Studie war es, anhand der 10-Jahres Follow-Up Daten der German Spondyloarthritis Inception Cohort (GESPIC) zu untersuchen, ob eine begleitende Uveitis das klinische Outcome, die Behandlung oder die radiografische Progression der axialen Spondyloarthritis (axSpA) beeinflusst.
Methoden: Der Einfluss einer Uveitis auf klinische Outcomes (Krankheitsaktivität, Entzündung, Beweglichkeit, Funktionalität), radiografische Progression (modified Stoke Ankylosing Spondylitis Spinal Score, mSASSS) und Therapien wurde in den 10-Jahres Follow-Up Daten der axSpA-Patient:innen der GESPIC-Kohorte mittels multivariablen Generalized-Estimating-Equations-Modellen analysiert. Als Exposure wurden hierbei eine aktive Uveitis zum jeweiligen Zeitpunkt, eine Uveitis seit der letzten Visite, eine rekurrente Uveitis sowie eine Uveitis in der Anamnese untersucht. Die Parameterschätzungen der multivariablen Modelle der klinischen Outcomes wurden adjustiert für Geschlecht, Alter, HLA-B*27-Positivität, Rauchen, chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Psoriasis und TNF-Inhibitor-Exposition, die Modelle der therapeutischen Outcomes für HLA*B27, chronisch-entzündliche Darmentzündung, Psoriasis und ASDAS.
Ergebnisse: Zu Baseline hatten 86 der 525 eingeschlossenen axSpA-Patient:innen (16,3%) bereits eine Uveitis, wobei diese häufiger eine radiografische axSpA und numerisch eine längere Symptomdauer präsentierten (Tabelle 1 [Tab. 1]). Über die 10 Jahre Follow-Up entwickelten weitere 29 Patient:innen (5,5%) eine neue aufgetretene Uveitis und 46% der Patient:innen (52/115) mit bekannter Uveitis zeigten mindestens eine erneute Uveitisepisode.
Tabelle 1: Baseline Charakteristika von Patient:innen, die bereits zu Baseline eine Uveitis hatten, eine Uveitis über die 10 Jahre Follow-Up entwickelten und keine Uveitis hatten.
Das Vorhandensein einer Uveitis war in unserer Kohorte in multivariablen longitudinalen Analysen weder mit einer radiografischen Progression (adjustiertes β für mSASSS -0,17 [Konfidenzintervall -0,55; 0,21]) noch mit der Krankheitsaktivität oder dem CRP als Zeichen einer systemischen Entzündung assoziiert (Tabelle 2 [Tab. 2]). Eine aktive Uveitis war mit einem reduzierten mentalen Status (SF-12 MCS, Short Form-12 Mental Component Summary) assoziiert. AxSpA-Patient:innen mit rekurrenter Uveitis zeigten zudem eine geringere Anzahl von Enthesitispunkten. Das Vorhandensein einer Uveitis hatte Auswirkungen auf die Therapie: Eine Uveitis seit der letzten Visite führte zu einer häufigeren Gabe von systemischen Glukokortikoiden und eine rekurrierende Uveitis zu häufigerer Gabe von TNF-Inhibitoren (adjustiertes β 1,99 [1,05; 3,79]).
Tabelle 2: Einfluss einer Uveitis auf klinische und therapeutische Outcomes bei Patient:innen mit axSpA: Multivariable GEE-Analysen über 10 Jahre Follow-Up
Schlussfolgerung: Das Vorliegen einer Uveitis bei axSpA-Patient:innen scheint weder den Krankheitsverlauf noch den klinischen Phänotyp der axSpA zu beeinflussen. Patient:innen mit Uveitis zeigten häufiger eine definitive Sakroiliitis, was mit dem Auftreten in einer späteren Krankheitsphase zusammenhängen könnte. Da die Uveitis mit einem schlechteren psychischen Befinden einhergeht und Behandlungsentscheidungen beeinflusst, sollten Rheumatolog:innen eng mit Ophthalmolog:innen zusammenarbeiten.
Offenlegungserklärung: Diese Arbeit wurde unterstützt durch einen Forschungsgrant von FOREUM (Foundation for Research in Rheumatology). Die German Spondyloarthritis Inception Cohort (GESPIC) wurde unterstützt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), und erhielt zusätzliche finanzielle Unterstützung von Abbott/AbbVie, Amgen, Centocor, J&J, Lilly, Schering‐Plough, UCB, and Wyeth.



