Logo

Deutscher Rheumatologiekongress 2026

54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie und Klinische Immunologie (DGRh), 36. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR), 40. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh)
09.-12.09.2026
Leipzig

Meeting Abstract

Die chemische Synoviorthese als Alternative zur Radiosynoviorthese bei Patient*innen mit rheumatischen Erkrankungen

Maxine Blum - Klinik und Poliklinik für Unfall‑, Hand-, und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Gießen, Deutschland; Justus-Liebig-Universität Gießen, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Klinik und Poliklinik für Unfall‑, Hand-, und Wiederherstellungschirurgie, Gießen, Deutschland
Tim Tüngler - Klinik und Poliklinik für Unfall‑, Hand-, und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Gießen, Deutschland; Labor für Experimentelle Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Klinik und Poliklinik für Unfall‑, Hand-, und Wiederherstellungschirurgie, Gießen, Deutschland
Christian Heiß - Klinik und Poliklinik für Unfall‑, Hand-, und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Gießen, Deutschland; Labor für Experimentelle Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Klinik und Poliklinik für Unfall‑, Hand-, und Wiederherstellungschirurgie, Gießen, Deutschland
Christoph Biehl - Klinik und Poliklinik für Unfall‑, Hand-, und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Gießen, Deutschland; Labor für Experimentelle Unfallchirurgie, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Standort Gießen, Klinik und Poliklinik für Unfall‑, Hand-, und Wiederherstellungschirurgie, Gießen, Deutschland

Text

Einleitung: Die Radiosynoviorthese (RSO) ist seit vielen Jahren für die Behandlung einer persistierenden chronischen Synovialitis etabliert. Vor allem im Rahmen einer Hämophilie oder bei rheumatischen Erkrankung kommt diese zum Einsatz. Jedoch gibt es in Deutschland immer weniger Zentren und Nuklearmediziner*innen, die diese Behandlung durchführen. Zudem schließt diese aufgrund der Kontraindikationen (KI) Patientengruppen wie Schwangere oder Kinder und Jugendliche aus. Die früher gebräuchliche chemische Synoviorthese (CSO) mit Na-Morrhuate ist seit Jahren nicht mehr verfügbar. Dies führt langfristig zu Versorgungsproblemen der Betroffenen.

Eine koreanische Studie hat gezeigt, dass die CSO mit Rifampicin zu einer klinischen und radiologischen Besserung der Symptomatik bei Hämophilie-Patient*innen mit Synovialitis führt und diese als Behandlungsoption in Erwägung gezogen werden sollte [1]. Bei ähnlicher Durchführung ist die CSO im Vergleich zur RSO aufgrund der Verwendung von chemischen Substanzen leichter verfügbar, kostengünstiger und kann bei Patient*innen mit KI für eine RSO durchgeführt werden.

Ziel der geplanten AMG-Multicenter-Studie ist es, den Effekt der CSO mit Rifampicin bei rheumatischen Kniegelenken zu untersuchen.

Methoden: In einer klinischen prospektiven Studie sollen Patient*innen mit rheumatischen Erkrankungen und Synovialitis des Kniegelenkes behandelt werden. Zur Intervention sollen 500 mg Rifampicin, aufgelöst in 7–10 ml Natriumchlorid-Lösung, einmalig intraartikulär ins Kniegelenk appliziert werden. Vor der Intervention, nach 2 und 7 Tagen, 3, 6 und 12 Wochen nach der Injektion sollen die Patient*innen einen standardisierten Fragebogen zum subjektiven Symptomempfinden ausfüllen. Darüber hinaus sollen zu den genannten Zeitpunkten ergänzende körperliche und sonografische Untersuchungen am Kniegelenk durchgeführt werden.

Ergebnisse: Im Rahmen einer individuellen Therapie als Ersatz einer RSO erfolgte die Intervention bei einer Patientin mit Psoriasis-Arthritis als Off-Label Use.

In einem Follow-Up Termin nach 3 Wochen berichtete Sie über eine Besserung der Beschwerden bei vollständiger ROM im Kniegelenk. Darüber hinaus zeigte sich ein deutlich besseres Gangbild. In der Sonografie ist noch ein residualer Erguss nachzuweisen. Eine Verlaufskontrolle ist nach weiteren 3, sowie nach 6 Wochen vorgesehen.

Schlussfolgerung: Basierend auf den Publikationen zur CSO mit Rifampicin sowie den Fortschritten bei der bereits behandelten Patientin, ist eine AMG-Mulitcenter-Studie sowie eine darauf aufbauende Doktorarbeit geplant.


References

[1] Suh HC, Kim DK, Kang SH, Seo KM, Kim HS, Lee JY, Lee SY, Yoo KY. Clinical and Radiological Evaluation After Chemical Synovectomy With Rifampicin in Hemophilic Arthropathy: Korean Experience With a 2-Week Interval Protocol. Ann Rehabil Med. 2018 Jun;42(3):449-456. DOI: 10.5535/arm.2018.42.3.449