Deutscher Rheumatologiekongress 2026
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Einfluss der Osteoporose auf die Knochenheilung nach Schenkelhalsfraktur – Analyse der Pseudarthrosenrate
Text
Einleitung: Eine gestörte Knochenheilung stellt eine klinisch relevante Komplikation nach Schenkelhalsfrakturen (SHF) dar und kann zu erheblicher Morbidität und Einschränkungen der Lebensqualität führen. Während frakturmorphologische und radiologische Faktoren gut untersucht sind, ist der Einfluss systemischer, insbesondere knochenstoffwechselrelevanter Vorerkrankungen (KRV), bislang weniger klar. Ziel dieser Studie war es, klinische Risikofaktoren für Pseudarthrosen nach SHF zu identifizieren und den Einfluss von KRV – insbesondere der Osteoporose – zu untersuchen.
Methoden: In einer retrospektiven Kohortenanalyse wurden 140 Patienten mit Schenkelhalsfraktur untersucht, die zwischen 2009 und 2024 mittels triangulärer Verschraubung versorgt wurden. Erfasst wurden klinische und demographische Parameter, Frakturklassifikation sowie Komplikationen. Die Pseudarthrosenbildung wurde nach einem Follow-up von ≥ 6 Monaten definiert. Basierend auf einer systematischen Literaturrecherche wurden Vorerkrankungen als knochenstoffwechselrelevant oder nicht relevant klassifiziert. Insgesamt wurden 68 Patienten mit vollständigem Follow-up in die Analyse eingeschlossen (15 Pseudarthrosen, 53 Kontrollen). Univariate logistische Regressionsanalysen wurden für die Dauer bis zur Operation, das Vorliegen mindestens einer KRV sowie Osteoporose als Einzelvariable durchgeführt. Anschließend wurde ein multivariates logistisches Regressionsmodell erstellt, das Dauer bis zur Operation und das Vorliegen mindestens einer KRV umfasste. Die Modellgüte wurde mittels Nagelkerke-R² bewertet und eine ROC-Analyse zur Beurteilung der Modellprädiktion durchgeführt.
Ergebnisse: In der univariaten Analyse zeigte sich die Dauer bis zur operativen Versorgung als potenzieller Prädiktor für das Auftreten einer Pseudarthrose (OR 1,12; 95%-KI 0,99–1,26; p = 0,076). Das Vorliegen mindestens einer KRV (OR 2,24; 95%-KI 0,67–7,45; p = 0,188) sowie Osteoporose als Einzelvariable (OR 4,17; 95%-KI 0,75–23,27; p = 0,104) zeigten erhöhte Odds Ratios ohne statistische Signifikanz. Im multivariaten Modell war die Operationsverzögerung nicht signifikant mit dem Auftreten einer Pseudarthrose assoziiert (OR 1,10; p = 0,157; Nagelkerke R² = 0,112). Die ROC-Analyse zeigte eine moderate diskriminative Leistung (AUC = 0,734; p = 0,003).
Schlussfolgerung: Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Entstehung einer Pseudarthrose nach SHF multifaktoriell bedingt ist. Osteoporose zeigte in diesem Kollektiv zwar eine erhöhte Odds Ratio, erreichte jedoch keine statistische Signifikanz. Das multivariate Modell aus Operationsverzögerung und KRV erklärte 11% der Varianz, zeigte jedoch eine moderate diskriminative Fähigkeit zur Identifikation von Pseudarthrosen (AUC = 0,734). Dies unterstreicht die Bedeutung globaler knochenstoffwechselrelevanter Faktoren gegenüber isolierten Risikofaktoren.
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